Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Übersendung der Dubia des RKG an den RT.

Datum: Speyer, 26. 4. 1594. Der Mainzer Kanzlei übergeben am 21. 5. Von den Reichsständen kopiert am 10. 6.

HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 86–87’ (Or. mit 4 aufgedr. Siegeln. Dorsv.: Adressierung an Kf. Wolfgang von Mainz. Zusätzlich:Dubia, opiniones camerae. Praesentatum Regenspurg, 21. Maii 1594. Lectum Regenspurg, den 10. Junii anno 94.) = Textvorlage. HStA München, K. blau 274/11, fol. 6–7 (Kop. Aufschr.:Lectum Regenspurg, den letzten Maii [10. 6.]vor mittag anno 94.) = [B]. HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 228–230’ (Kop. Dorsv. wie in Textvorlage, ohne den Lectum-Vermerk) = [C]. HStA Stuttgart, A 262 Bd. 71, fol. 78–79’ (Kop.). NLA Hannover, Cal. Br. 11 Nr. 194/I, fol. 13–14 (Kop.). LAV NRW R, Kleve-Mark, Akten 3150, fol. 288–289 (Kop.).

Referiert bei Häberlin XVIII, 407–409.

/86/ An den Kf. von Mainz: Neben einigen Visitations- und DAbb gibt die RKGO im letzten Titel des 2. Teils1vor, dass, falls sich im Hinblick auf die RKGO oder sonstige Reichsgesetze Zweifelsfragen für das Verfahren am RKG ergeben, Kammerrichter und Beisitzer die RKGO entsprechend erläutern und strittige Fragen, über die man sich nicht einigen kann, entweder den jährlichen Visitationen des RKG vorlegen oder sich damit über den Kf. von Mainz als Erzkanzler an Ks. und Reichsstände wenden und deren Bescheid erbitten.

/86 f./ Da zwischenzeitlich zusätzlich zu den bei den RTT 1576 und 1582 sowie der Visitation 1585 vorgebrachten und teils noch nicht geklärten Punkten2weitere Zweifelsfragen vorgefallen sind, von denen man am RKG viele geklärt hat, andere aber ohne Bescheid von Ks. und Reichsständen nicht entscheiden will3und einige erst aktuell aufgetreten sind, werden diese dem Kf. hiermit mit der Bitte übersandt, sie beim RT Ks. und Reichsständen um deren Resolution vorzulegen.

/86’/ Speyer, 26. 4. 1594. Unterzeichnet von Bf. Eberhard von Speyer als RKG-Richter sowie Präsidenten und Beisitzern am RKG.

Beilage: Ausführung der am RKG seit der letzten Visitation im Jahr 1587 vorgefallenen Dubia zum gesamten Prozessverfahren

Dem RT vorgelegt mit Schreiben des RKG vom 26. 4. 1594. Von den Reichsständen kopiert vom 10.–18. 6. Beim RT in den Kurien nicht verlesen und beraten.

HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 88–169 (Kop. Überschr. auf Deckblatt:Dubia et disparitates in decisionibus cameralium ab anno 87 huiusque ortae. Lectum Regenspurg, den 18. Junii 1594. Überschr. über dem Text:Verzaichnus der puncten, darin seithero jungst gehaltener visitation anno 87 am kaiserlichen cammergericht zweiffel oder ongleicheit in decisionibus befunden, auch sonsten weiter fursehung zuthun und ordnung zumachen nothwendig erachtet.). HStA München, K. blau 274/11, fol. 105–194’ (Kop. Aufschr. zu Beginn:Lectum Regenspurg, den letzten Maii [10. 6.]nachmittag anno 94. Im Textverlauf folgen Einträge zu den weiteren Diktierterminen. Demnach erfolgte die Abschrift des umfangreichen Aktenstücks am 10. 6. und vom 13.–18. 6. {31. 5., 3.–8. 6.}). HStA Dresden, GA Loc. 10202/6, fol. 232–312’ (Kop.). HStA Stuttgart, A 41 Bü. 126, unfol. (Kop.). LAV NRW R, Kleve-Mark, Akten 3150, fol. 287, 289’–358 (Kop.). AP Stettin, AKS I/201, pag. 1067–1260 (Kop.).

Druck: Ludolff, Concept, Anhang Nr. II S. 7–58 (Dubia 1594 gemäß der Vorlage beim RDT 1595); Ludolff, CJC, Nr. CCCXXXII S. 471–522 (Dubia gemäß der Vorlage beim RDT 1595 mit integrierten Resolutionen des RDT zu den Einzelpunkten; in der Fassung des RT 1594 bis S. 519; es folgen wenige wohl spätere Zusätze).

[Auf eine Edition des umfangreichen Dokuments wird verzichtet, da die Dubia des RKG beim RT in den Kurien weder verlesen noch beraten, sondern lediglich kopiert und sodann an den RDT prorogiert wurden4.]

Anmerkungen

1
 RKGO, Zweiter Teil, XXXVI (Laufs, RKGO, 217); angesprochen wird nur die Wendung an die Visitationskommission.
2
 Für 1576 wohl Bezugnahme auf Bericht und Dubia des RKG an die Visitationskommission 1576, welche die ksl. Proposition beim RT 1576 ansprach. Druck: Nettelbladt, Bericht, Anhang Nr. 9, 10 S. 82–91; Referat: Häberlin IX, 559–574. Für 1582: Beilagen zum 4. HA (Reichsjustiz) (Aktennachweise: Leeb, RTA RV 1582, Nr. 211 S. 823–827), die an den RDT 1586 prorogiert und dort ergänzt um wenige weitere Eingaben neuerlich vorgelegt wurden (Dokumentation im Volltext: Fröschl, RTA RV 1586, Nr. 7a–7t S. 176–247). Dubia des RKG von 1585 mit Bescheiden der Visitationskommission 1586: Ludolff, CJC, Nr. CCCIX S. 436–447.
3
 Zum Problem der Dubia am RKG als Folge der „paria-vota-Situation“ vorrangig im Streit um die Auslegung des Religionsfriedens vgl. Rabe, Religionsfriede, 275–280; Heckel, Religionsprozesse, 335 f.; Ruthmann, Religionsprozesse, 265 f., 364–368 (Dubia von 1582); Ruthmann, Religionsprozesse als Folge der Glaubensspaltung, 236–238; Gotthard, Religionsfrieden, 414–416; Haag, Dynastie, 1639–1643.
4
 Vgl. KR am 10. 6. (Kursachsen, fol. 42’–44’ [Nr. 5]), FR am 10. 6. (Österreich, fol. 11’–13’ [Nr. 57]), 14. 6. (Bayern, fol. 47–58’ [Nr. 59]), 29. 7. (Österreich, fol. 69–72’ [Nr. 87]); KR am 29. 7. und 30. 7. (Kursachsen, fol. 401–417’, fol. 421’–429 [Nr. 39, 49]) sowie KR und FR, sodann RR am 1. 8. (ebd., fol. 437–438, 443 [Nr. 42]; Würzburg B, fol. 172a’-174 [Nr. 89]). Vgl. Antwort zum 3. HA (Reichsjustiz) [Nr. 259], hier fol. 133–135.