Deutsche Reichstagsakten, Jüngere Reihe. Reichstagsakten unter Kaiser Karl V., XIV. Band. Der Reichstag zu Nürnberg 1543 bearbeitet von Silvia Schweinzer-Burian, mit Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer
Mehrere Protokolle evangelischer Reichsstädte geben Aufschluss über den Ablauf des Reichstags, die Verhandlungen der Reichsstädte und der Schmalkaldischen Bundesstände sowie der schwäbischen Kreisstände. Der Frankfurter Gesandte Dr. Hieronymus zum Lamb erwies sich als der eifrigste Protokollant. Gemeinsam mit Ogier von Melem vertrat er von Beginn des Reichstags bis zu dessen Ende die Reichsstadt Frankfurt auf dem Reichstag und war Mitglied mehrerer städtischer Ausschüsse. Er berichtete nicht nur ausführlich über die parallel zum Reichstag stattfindenden Versammlungen der Schmalkaldener (Nr. 86c), sondern auch über die Sitzungen des Reichsrates (Nr. 85a) und des Städterates (Nr. 85b). Seine Schlussrelation (Nr. 401) schildert die Verhandlungen vom 18. bis zum 28. April und gibt einen Überblick über die Themen des Reichstags in sämtlichen Gremien (Reichsrat, Städterat, Schmalkaldische Bundesversammlung). Die Gesandten der evangelischen Reichstagsstadt Nürnberg, welche dem Schmalkaldischen Bund nicht angehörte, fertigten ein ausführliches Städteratsprotokoll an (Nr. 89a). Die Aufzeichnungen der Nürnberger Ratsbücher (Nr. 89b) geben Aufschluss über die Haltung von Bgm. und Rat von Nürnberg zu inhaltlichen und organisatorischen Fragen des Reichstags. Die Protokolle von Esslingen (Nr. 85), Goslar (Nr. 87) und Heilbronn (Nr. 88), berichten nicht nur über die Verhandlungen der Reichs- und Kreisstände sowie der Reichsstädte, sondern auch über die Partikularanliegen der jeweiligen Stadt. Da es bei den Protokollaufzeichnungen der einzelnen Städte zu Überschneidungen kommt, ermöglichen Querverweise in den Anmerkungen den Vergleich zwischen den verschiedenen Berichten.