Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
A) Beratungen eines Ausschusses der protestantischen Stände bei Kurpfalz
Textvorlage: Wett. Gff., unfol.
Aufforderung an Kursachsen und Pfalz-Neuburg, sich an der Beratung der Gravamina im Konvent bei Kurpfalz zu beteiligen. Allgemeine Zusage durch Kursachsen.
Zusammenkunft eines ausschusses der protestantischen Stände bei Kurpfalz (Gesandte: Kurpfalz, Kurbrandenburg, Erzstift Magdeburg, Hst. Straßburg, Hst. Halberstadta, Pfalz-Zweibrückenb, Braunschweig-[Wolfenbüttel], Baden-Durlach, Wetterauer Gff.).
Beratung dieser Stände, wie man nunmehr, nach der Eröffnung des RT, einen gemainen conventum aller evangelischenn stennden mochte anstellen unnd zu wegen kriegen, um dort die Gravamina vorzubringen und festzulegen, wie und durch wen sie übergeben werden sollen.
Mehrheitsbeschluss, das man umb glimpfs willen zuvor noch zum uberfluß den Kuradministrator von Sachsen und Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg befragt, ob sie solcher convocation von den ihren jemands wolten beiordnen oder nichtt. Unnd im fall, sie [sich] darzu verstehen wurden, hat es seinen weg. Wo nicht, hat man sich nicht da weniger verglichen, beyeinander zustehen und zuhallten unnd die gravamina zuübergeben, auch zu kheiner contribution zuverstehen, es werden dann dießelb gravamina zuvor erledigett unnd abgeschafft1.
Für die Nachfrage werden zwei Abordnungen festgelegt. Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen antwortet zur Anfrage, wann man Audienz erhalten könne, dies sei nicht vor 15 Uhr möglich. Falls es aber die convocation der samptlichen evangelischen stendt zu anhorung derselben gravamina angienge, solt man dieselbige in Gottes nhamen anstellen. Weren ihre f. Gn. gemaint, die ihrige darzu abzuordnen. Bietet an, auch Pfgf. Philipp Ludwig dazu aufzufordern. Allerdings antwortet dieser c–der zeitgleich vorsprechenden, anderen Abordnung obiger Stände–clediglich, das die sachen wichtig weren. Derwegen dann ihre f. Gn. denselben zuvor ferners nachdencken unnd sich ettwan nachmittags daruff ihres gemuths ercleren wolltend.
B) Einzelunterredungen
Verhandlungen Kursachsens, Pfalz-Neuburgs und Württembergs bezüglich der Teilnahme am Konvent bei Kurpfalz unter Protest.
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/67’ f./ Antwort Gestenbergers: Der Kuradministrator hat sich zu der von Zöschlin übergebenen Schrift noch nicht erklärt. Daneben hat soeben eine Abordnung der evangelischen Stände um eine Audienz bitten lassen, die aber erst für 16 Uhr nachmittags zugesagt worden ist. Ist deshalb verwundert über die Aussage, es sei bereits eine kursächsische Resolution erfolgt. Allerdings sind Dr. Ende und Dr. Badehorn soeben zu den Kurpfälzer und Kurbrandenburger Gesandten geschickt worden, um zu erklären, /
Anschließend informieren sie, die Verordneten des Pfgf., die Württemberger Gesandten Eberhard von Limpurg und Enzlin über die Anfrage an den Pfgf. sowie über die entsprechende Reaktion Kursachsens. Die Württemberger erklären, sie seien beauftragt, mit Pfgf. Philipp Ludwig zuvorderst inn religions sachen guette correspondentz zu haltten unnd sich nach derselben [f. Gn.] unnd der anndern stende rainer augspurgischer confession mainung zu conformirn. Was nun ire f. Gn. deßfalls für rathsamb ansehen werden, nach demselben /