Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb
Klage wegen Verfahrensverschleppung am RKG durch Ehg. Ferdinand II. von Tirol. An die Reichsstände.
Supplikation an die Reichsstände (der Mainzer Kanzlei übergeben am 13. 6.; von den Reichsständen nicht kopiert)1, unterzeichnet von S.: Führte vor Jahren wegen einer von Bartholomäus Schnitzer, Bürgermeister in Wangen, erlittenen Ehrenschmähung zunächst Prozess am Landgericht in Isny und appellierte sodann gegen ein Interlokut an Ehg. Ferdinand von Tirol. Da die Regierung in Innsbruck ihn wieder an das Landgericht rückverwies, appellierte er gegen ein weiteres Interlokut ans RKG, wo das Verfahren angenommen wurde. Aufgrund der Einwände Ehg. Ferdinands, der Konflikt gehöre nicht ans RKG, sondern vor ihn, ist das Verfahren dort nunmehr im 13. Jahr unerörtert anhängig. Da der lange Verzug ihn wirtschaftlich ruiniert und seine Ehre verletzt, bittet er um die Veranlassung von Maßnahmen, damit er am RKG oder anderswo zu seinem Recht kommt.
Beratung im Supplikationsrat am 30. 6.2mit Beschluss der Resolution (dort gebilligt am 1. 7.3), die im RR am 22. 7. verlesen wurde4. Billigung durch FR und SR; KR: weitere Beratung. Nochmalige Verlesung im KR am 29. 7.5und Billigung als Dekret der Reichsstände (kopiert [als Resolution des Supplikationsrats] am 26. 7.)6: Wenngleich sich am RKG Prozesse, die das Haus Österreich betreffen, erfahrungsgemäß lange hinziehen, soll Promotoriale an das RKG um ein schleuniges Verfahren ergehen.
Promotoriale der Reichsstände an das RKG (Regensburg, 26. 7. 1594)7: Schicken die Supplikation S.s und bitten um baldige Erledigung gemäß dessen Bitte.