Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Neuerlich revidiertes Konzept der ksl. Geheimen Räte für ein Dekret zum temporären Magdeburger Sessionsverzicht.

/514/ (Nachmittag, 18 Uhr)1. Reichhofsekretär Hannewaldübergibt den Gesandten Kurbrandenburgs, Magdeburgsund Brandenburg-Ansbachsals Reaktion auf deren letztes Konzept vom Vortag für ein ksl. Dekret zur Beilegung der Magdeburger Sessionsfrage2einen von den ksl. Geheimen Räten neuerlich revidierten Entwurf3, in dem ihr mittel ettwas leidenlicher unnd enger gericht.Der Entwurf ist gemäß Befehl der ksl. Räte noch niemand alhier sonnsten mittgetheilt, sonder inn der enge gehaltten worden.Hannewald merkt dazu an, dz ihrer Mt. sie soviel noch nicht berichtet, doch /514’/ darfür haltte, jetzt ihrer ksl. Mt. zuberichtten sein, unndt dz unnßers thails man khein bedencken darüber solte haben.

Die Gesandten antworten Hannewald, dz es bey ihnen4 stündt, ihrer ksl. Mt. zuberichtten. Dolch woltte sich in allwegen gebühren, dz solches mitt den evangelischen ständen zuvor entweder durch ihre ksl. Mt. oder unns zuhandlen, dan solches5 wir uff unns nicht zunehmen6.

Anmerkungen

1
 Textvorlage: Bericht der Brandenburg-Ansbacher Gesandten an Mgf. Georg Friedrich vom 21. 7. (11. 7.) 1594: StA Nürnberg, ARTA 60, fol. 513–520’, hier 514 f. Or.; präs. Ansbach, 23. 7. (13. 7.).
2
 Vgl. Nr. 325 sowie die in der Endfassung des Dekrets dokumentierte Version: Nr. 347, Fassung B.
3
 Vgl. die in der Endfassung des Dekrets dokumentierte Version: Nr. 347, Fassung C.
4
= den ksl. Räten.
5
 = die Billigung und Annahme des Dekrets.
6
 Vgl. die Vorlage des von Hannewald übergebenen Konzepts im protestantischen Religionskonvent am 20. 7. [Nr. 215, Abschnitt B]. Noch am 18. 7. (8. 7.) berieten die Gesandten von Kurbrandenburg, Magdeburg und Brandenburg-Ansbach über die Konzepte (Kurbrandenburg, fol. 391 f.). Einzelheiten der Beratung sind nicht protokolliert.