Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Erneut Bewilligung von 20 Römermonaten eilender Hilfe, Erhöhung der bedingten beharrlichen Hilfe auf 48 Römermonate innerhalb von 4 Jahren. Partizipation der Hgtt. Steiermark, Kärnten und Krain an den Steuereinnahmen.

Im SR verlesen und gebilligt am 7. 7. 15941. Im RR verlesen am 7. 7.2 

HHStA Wien, MEA RTA 91, fol. 321–322 (Kop.) = Textvorlage. StA Augsburg, Reichsstadt Nördlingen MüB 80, Prod. 40 (Kop. Dorsv.:Copi der erbarn frey- unndt Reichs stetten gethone resolution uf ksl. Mt. ubergebene replic in puncto quantitatis.) = B. StadtA Ulm, A 28, Prod. 183 (Kop. Dorsv.:Resolutio der erbarn freyen Reichs stött uf die ksl. replic in puncto contributionis.) = C. ISG Frankfurt, RTA 86, fol. 147 f., 158 f. (Kop. Dorsv.:Der erbarn stet endliche resolution, wie dieselbige den 27. Junii [7. 7.]begriffen und in beden Reichs räthen verlesen worden; in puncto contributionis. Nr. 8.). AVCU Strasbourg, AA 843, fol. 256–257’ (Kop.). StadtA Lübeck, ASA RTA XIV, fol. 261–262’ (Kop.).

/321/ Auf die Replik des Ks.3hin erklären die Gesandten der Reichsstädte, dass sie über ihr vorheriges Angebot hinaus zu der begerten mitleidenlichen, freywilligen hülff nit mehr zuverwilligen, dann erstlich zu der eilenden hülff 20 monath ainfachen römerzugs an gelt (wie diß jedes orths gib und gangbar) in disem noch lauffenden jar zu zweyen zihlen, alls nemblich 10 auf Laurentii und 10 auf Omnium Sanctorum4, und dann zu beharrlicher hülffe die negstvolgendte 4 jar jedes 12 monath zu zweyen zihlen, nemblich halb Laetare und halb Nativitatis Mariae5 (das gleichwol etzlicher stett gesandte auß mangel der instruction noch zur zeit nit schließlich einwilligen khöndten).

Und verrner (sovil die beharrliche hülff belangt) mit der beschaidenheit, wofern irea beschwärten bey noch wehrendter diser Reichs versamblung in alle weg gebettener massen abgeholffen wurdt. Das auch solch beharrliche hülff von einem zihl zum andern lenger nit weren soll, dann solang wider den erbfeindt ein offener krieg gefürt und continuirt wurde. Item das auch den stetten, von denen ettlich zu erhalttung /321’/ der christlichen gränitz und fortsetzung deß kriegswesens auf der ksl. Mt. ansuechen in iren kraisen unnd sonnsten vor angangenem jetzigen Reichs tage albereit hergeschossen und an gelt und volckh aufgewendt oder aufzuwendten bewilligt6, von jetzt eingewilligter hülff abzuziehen und inn zubehalten bevorstehen soll.

Und dieweil die erbarn stött hierinn ir eusserstes und über vermögen thuen, alls bitten ir ksl. Mt. sy allerunterthenigst, sy wollen an solcher einwilligung allergnedigst ersettigt sein und auf ein mehrers nit dringen, angesehen das zwischen der erbarn stett und der überigen beeden Reichs räthen bewilligung in quantitate (wann zu dem gegenwerttigen die negst darauf volgendte 4 jar geschlagen werden) in effectu khein underschidt ist7.

Zur Werbung der Landstände aus Steiermark, Kärnten und Krain8erachten die Reichsstädte, dieweilen die berait bewilligte türckhenhülff den allenthalben betrangten anrainenden gränitzen der christenheit zu /322/ trosst und rettung eingewilligt, darunter dann erstbemelte drey landtschafften auch gemaint, und eben darumben sie sich derselbigen nit weniger zuerfreyen und geniessen haben sollen: Alls machen inen der erbarn stett gesandte kheinen zweifel, mer allerhöchste ksl. Mt. werden sich mit denselben landtstendten dermassen allergnedigst vergleichen und erzeigen, damit inen darauß zu gebürlicher irer notturfft zimbliche hülff erfolge und sy also deren unfälbar geniessen mögen etc.

Anmerkungen

1
 Ulm, fol. 57 [Nr. 121].
2
 Kursachsen, fol. 257 f. [Nr. 25].
3
 Nr. 250.
4
 Termine: 10. 8. und 1. 11. 1594. Die eilende Hilfe entspricht der ersten Resolution [Nr. 267], hingegen oben folgend Erhöhung der beharrlichen Hilfe.
5
 = 4. Fastensonntag und 8. 9.
a
 ire] In B, C: ihren.
6
 Vgl. Einleitung, Kap. 2.2.
7
 SR bewilligte hiermit 68 Römermonate innerhalb von 5 Jahren, KR und FR beschlossen 80 Römermonate innerhalb von 6 Jahren (vgl. Nr. 251).
8
 Nr. 282.