Gegen das ksl. Dekret Beharren auf dem Ausschluss Augsburgs aus SR. Bericht an den Ks. zum Dekret. Verantwortung Augsburgs für etwaige Verzögerung der Hauptverhandlungen im SR aufgrund der unbefugten Mitwirkung.
Im SR ohne Mitwirkung der katholischen Städte verlesen und gebilligt sowie vor den Augsburger Gesandten verlesen am 22. 6. 15941.
HStA München, KÄA 3231, fol. 161–162’ (Kop. Dorsv.:Fürhalten, so die stett der statt Augspurg gesandten durch Regenspurg, Lubeckh unnd Haylpronn auf 22. Junii anno 94 gethan. D.) = Textvorlage. StadtA Augsburg, RTA 56, fol. 294–295’ (Kop. Dorsv. wie in Textvorlage) = B. StadtA Speyer, 1 B Nr. 349, fol. 185–186 (Kop. Überschr.:Der erbarn stett zweite resolution uff dero von Augspurg understanden eintringen in den stett rhat.) = C. StadtA Ulm, A 647, fol. 1024–1025 (Kop.). ISG Frankfurt, RTA 88, fol. 227–229’ (Kop.). StA Nürnberg, NRTA 112, fol. 642–643’ (Kop.).
/161/ Zur neuerlichen Erklärung der Augsburger Gesandten, wonach sie auf ihrer Absonderung vom Städtetag beharren2, wird ihnen mitgeteilt, dass am 20. 6. (10. 6.) dem SR ein Dekret des Ks. und mit diesem die Augsburger Supplikation übergeben worden sind3. Dem ist zu entnehmen, dass das Dekret ad importunas ipsorum praeces irer Mt. extorquirt. Wann aber in demselbigen die gewondtliche iustificatori clausel „si praeces veritate nitantur“4 austruckhlich begriffen, so seinndt ermellte erbare stett bedacht, aller hochstgedachte[r] ksl. Mt. darauf notwendigen bericht dergestallt zethuen, das ir Mt. aller genedigist befinnden werden, sie zu dem jhenigen, weß sie sich am 4. diß[14. 6.] gegen merbesagte augspurgerische gesannten erclärt5, fueg unnd ursach gehabt. Unnd soll hiebey inen, gesanndtena, unverhallten sein, dieweil man aus mehrbesagtem decret sovil merckht, das ire ksl. Mt. es darfür gehaltten, es mochte dises incidenti strits halb die fürderliche beratschlagung und verabschidtung dises Reichs tags in weitterunng unnd aufhaltten /161’/ gezogen werden, irer Mt. die stett albereit aller unnderthenigist ahnzaigen lassen, das sie sich von beratschlagunng deß ersten phunctens[!] irer Mt. proposition, die contribution belannget[!], durch dise irrunng abhaltten zulassen gar nit gemeinnt, sonnder vil mehr mit demselben unverhindert, unnd zwar nit im ausschuß, sonnder umb mehrer befurderunng willen in pleno verfarn thetten6. Und hetten sich der erbarn stett gesannten versechen, weill die augspurgerischen abgeordneten dise dinng alberait zu sollicher weitleiffigkhait uber alle zuversicht gebracht, das sie aller hochstermellte ksl. Mt. deßhalb ohne ursach ahngelauffen, sy wurden sich auch so lanng unnd vil, biß sie daselbst uber ihr unnottigs clagen ein beschaidt erlanngt, deß eindringens in den stattrath geübrigt unnd allso den stetten, mit continuierung obberurter beratschlagunng einzuhallten, nit ursach gegeben haben. Dieweill aber dessen unangesechen vilgedachte von Augspurg sich in den statt rath einthringen wellen, damit sy nit allain den stetten (die von irer am 4. Junii[14. 6.] jungst gethanner erclärunng so leicht einen absprungkh nit nemben khünden) einen sonndern despeckht[!] /162/ erweisen, sonnder auch mehr allerhochstgedachter ksl. Mt. vorgreiffen, so bedingen sich die stett hiemitt austruckhlich, da mehr besagte beratschlagunng zuruckh gestellt werden sollt, das solliches nit ihnen, den stetten, sonnder der augspurgerischen abgeordneten unversechenem ungebürlichen eindringen zuezumessen unnd, dasselbig bey mehr aller hochstermellten ksl. Mt. zuentschuldigen, inen obligen soll.
Unnd will man den erbarn von Augspurg ahn irem stanndt, stim und session, so sy bey Reichs versamblunngen haben (deren sich die gesannten an ortten, da es sich am besten füegen wurdt, so lanng, biß sy zu der erbarn stett correspondentz integraliter wider thretten, ires gefallens gebrauchen mögen), nichts präjudicirt haben.