Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Bitte des Ks. an Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen, die Magdeburger Gesandten zum Verzicht auf die Session bei der RT-Eröffnung zu bewegen.

/308/ Ks. schickt Obersthofmarschall Trautsonzu Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen1, beklagt sich erneut über den Verzug der Proposition und bittet, der Kuradministrator möge die Magdeburger Gesandten ermahnen, den articul der seßion nicht ferner so hoch zu urgiren, dann ire Mt. gedechten, sich lenger damit nicht auffhalten und die ordinari sachen dardurch vorhindern zulaßen, sonnderlich weil man von allen theilen mit großen unstatten2 da lege und die nodturfft erfordere, das ihre Mt. sich nach Wien begebe./308’/ Dafür bietet Ks. an, noch beim RT eine gemischt konfessionelle Kommission zur Klärung des Sessionsstreits zu berufen. Auch ist er bereit, das Entgegenkommen der Gesandten gegenüber dem Administrator von Magdeburg zu rechtfertigen. Daneben deutet Trautson an, Ks. wolle auch die Gesandten von Kurbrandenburg und Kurpfalz vorladen und sie von ihrem furnehmen abmahnen3.

Anmerkungen

1
 Textvorlage: Kursachsen A, fol. 308 f.
2
 = Unkosten.
3
 Kuradministrator Friedrich Wilhelm ließ Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg nachmittags vom Vorbringen Trautsons unterrichten. Demnach wollte der Ks. die Gesandten von Kurpfalz und Kurbrandenburg nicht nur ermahnen, die Proposition nicht länger zu verhindern, sondern ihnen /221/ auch verweisen lassen, das sie die stennde zu sich ziehen unnd einen solchen anhang machen(Pfalz-Neuburg G, fol. 221).