Vereinbarung vertraulicher Korrespondenz. Unterstützung der Magdeburger Sessionsbestrebungen. Session des Straßburger Administrators.
EinzelUnterredungen
[1] /3’ f./ Unterredung der
Magdeburger GesandtenMeckbach und Hamel mit den
Kurbrandenburger Rätenin deren Quartier1: Letztere nehmen das Magdeburger Angebot /3’/ söhnlicher correspondentz und communicationauch aufgrund des bereits erfolgten Austauschs der RT-Instruktionen an. /4 f./ Die Magdeburger teilen mit, dass sie, obwohl sie sich noch nicht in der Mainzer Kanzlei akkreditiert haben, von der ksl. Empfangskommission /4’/ freundtlich empfangen und ersucht worden wehren, wegen ihrer ksl. Mt. langsamen ahnkommens kein vordrus zutragen2. Welches ein gueter ahnfang ist, wofern es nicht aus irthumb geschehen, das der session halben ir f. Gn. etwan beßer hofnunge geben mag.Bitten um Beistand konkret in der Sessionsfrage, mit außfuhrlicher deduction irer f. Gn. possession.Kurbrandenburg sagt den Beistand zu und bittet um eine schriftliche Fassung der Deduktion. Die Magdeburger wollen diese vorlegen3. Zum Vorbringen des Straßburger Verordneten Berchtold4, über das Kurbrandenburg informiert, erbieten sie sich aller gueten forderung.
[2] /29 f./ Getrennte Vorsprachen der Gesandten von
Pfalz-Zweibrücken, Baden-Durlach, Brandenburg-Ansbach, Württembergund
Hessensowie der Städte
Ulmund
Straßburgbei den
Kurpfälzer Räten5. Jeweils Zusage, an der Beratung der Gravamina beim RT mitzuwirken. Die Verhandlungsaufnahme wird zurückgestellt, bis sich die Gesandten Kursachsens und Kurbrandenburgs erklärt haben.
/30/ Vorsprache des
Verordneten von Administrator Johann Georg von Straßburg, S. Berchtold, bei den
Kurpfälzer Gesandten: Übergibt ein Schreiben Administrator Johann Georgs an Kf. Friedrich IV.6, verweist auf seine Abordnung zum RT, obwohl der Administrator vom Ks. nicht dazu geladen worden ist, und bittet um Beistand für den Erhalt der Session. Die Kurpfälzer Gesandten sagen dies in allgemeiner Form zu.
[3] Vorsprache des
Verordneten von Administrator Johann Georg von Straßburg, S. Berchtold, bei den
hessischen Gesandtenin deren Quartier7: Übergibt ein Schreiben Administrator Johann Georgs an Lgf. Moritz8und führt aus: Obwohl der Administrator wider Erwarten nicht zum RT geladen worden ist9, geht er von der Zuerkennung der Session aus, weil er sie beim oberrheinischen KT mitt einwilligung der kraiß stendeerhalten hat10. Sollte sie dennoch verweigert werden, bittet er um Unterstützung durch Hessen und die anderen evangelischen Stände. Antwort der hessischen Räte: Sind beauftragt, mit den Gesandten des Hauses Brandenburg vertrauliche correspondentz in allen furfallendenn unnd sonnderlich in der straspurgischenn sache zuhalttenn unnd alle mugliche forderung[zu] erzeigenn11.Da aber Lgf. Ludwig als einer der Kommissare im Straßburger Konflikt wirkt12, muss dieser sich zunächst mit den Mitkommissaren absprechen.