Deutsche Reichstagsakten, Reichsversammlungen 1556 – 1662 Der Reichstag zu Regensburg 1594 bearbeitet von Josef Leeb

Was die organisatorischen Vorarbeiten in Prag für die Reichstagsteilnahme Kaiser Rudolfs II. betrifft, konnten abgesehen von den Anordnungen bei der Stadt Regensburg und beim Reichserbmarschall263 vorrangig für die dortige Quartiernahme nur wenige Unterlagen aufgefunden werden. So erging am 25. 1. 1594 ein kaiserliches Dekret, das dem Oberstburggraf des Königreichs Böhmen, Adam II. von Neuhaus, auferlegte, den für das Gefolge des Kaisers aus Böhmen, Mähren, Schlesien und den Lausitzen angeforderten Herren und Landsassen264 aufzutragen, sich für die Reichstagsreise bereitzuhalten265. Um die finanziellen Voraussetzungen für die Fahrt nach Regensburg zu schaffen, forderte die Hofkammer am 1. 4. 1594 die schlesische Kammer auf, für den bevorstehenden Aufbruch Rudolfs die fällige Biersteuer sowie ein Darlehen von 25 000 fl. unverzüglich nach Prag zu schicken266.

Nach wiederholten Verzögerungen267 musste der für 29. 4. 1594 geplante Aufbruch in Prag nochmals kurzfristig aufgeschoben werden, weil der Kaiser an einem starken Katarrh litt und daneben täglich neue Nachrichten vom Krieg in Ungarn eintrafen268. War die Abreise sodann für 4. 5. vorgesehen, so konnte sie abermals verspätet erst am 7. 5. erfolgen269. Genauere Angaben für die Reise bis zur Ankunft vor Regensburg in Regenstauf am 16. 5. liegen nicht vor. Eine diesbezügliche Auflistung aus der kursächsischen Überlieferung gibt ohne Zeitangaben einen wohl nicht mehr aktuellen Reiseplan mit insgesamt nur acht Etappen wieder270, der am ersten Tag die Reise von Prag nach Beraun (Beroun; 3 Meilen) vorsah. Die weiteren Übernachtungsstationen waren: Zwierhof (Zbiroh; 3), Pilsen (4), Bischofteinitz (Horšovský Týn; 5), Waldmünchen (4), Bruck/Oberpfalz (4), Regenstauf (3,5), Regensburg (2 Meilen). Gemäß den Kurpfälzer Korrespondenzen zum Geleit für den Kaiser kam dieser am Abend des 14. 5. „gar spat ungeverlich umb 7 uhr“ in Waldmünchen an271.

Nachdem Rudolf II. am 16. 5. 1594 Regenstauf als letzte Station vor Regensburg erreicht hatte, sollte der Einzug in den Reichstagsort am 17. 5. erfolgen. Noch zuvor suchte als nach Aktenlage einziger Reichstagsteilnehmer Maximilian von Bayern in Absprache mit Obersthofmeister Rumpf den Kaiser schon am 16. 5. in Regenstauf auf, um „irer Mt. dero ksl. hend zu khussen unnd bey irer Mt. mich unnderthenigst zuerzaigen“272. In der etwa halbstündigen Audienz hat sich das Reichsoberhaupt „gar gnedigst gegen mir ertzaigt, der Rumpf hat sich in superlativo wol ertzaigt“273.

Währenddessen leitete in Regensburg nach der Ankündigung des Reichserbmarschalls am 17. 5., Rudolf werde um 4 Uhr nachmittags seinen Einzug halten274, Kurfürst Wolfgang von Mainz als Reichserzkanzler die Vorbereitungen für den Empfang ein, versammelte die persönlich anwesenden Fürsten in seiner Herberge und ritt mit ihnen und ihrem jeweiligen Hofstaat dem Kaiser bis vor die Stadt entgegen. Erst dort wurden sie davon unterrichtet, dass Rudolf seinen Einzug kurzfristig bis zum folgenden Tag aufschieben müsse275. Die aufwartenden Fürsten kehrten deshalb unverrichteter Dinge in die Stadt zurück, wo sich die Regensburger Bürgerschaft ebenfalls vergebens für den Empfang bereit gemacht hatte und „bei 1700 starckh in iren rüsstungen aufgezogen“ war276. Die am 17. 5. bereits anwesenden Fürsten277 hatten sich zuvor auf folgende Zugfolge geeinigt278: In der ersten Reihe Maximilian von Bayern anstelle seines Vaters, daneben Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg279, Herzog Johann Casimir von Sachsen und Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg; in der zweiten Reihe in der Mitte Kurfürst Wolfgang von Mainz, an dessen rechter Seite Kurfürst Johann von Trier, zur Linken Bischof Julius von Würzburg.

Als Ursachen des so unvermittelt aufgeschobenen Einzugs wurden in den Berichten Gerüchte wegen „zuegestandner indisposition“ des Kaisers280, deutlicher „(mit underthenigster reverentz zumelden) eine unvorsehene diarraea oder durchlauffen“, die sich aber bald gebessert habe281, „schmertzen in den zähnen unnd haubt“282 oder eine Erkrankung an „doloribus calculi“283 angesprochen. Als anderes Motiv werden Geleitstreitigkeiten zwischen dem Regensburger Rat und dem Hochstift sowie Differenzen zwischen Reichsständen um die Präzedenz beim Empfang des Kaisers genannt284, die nicht rechtzeitig beigelegt werden konnten. Konkret ging es um erhebliche Reibereien zwischen Bayern und Pfalz-Neuburg beim Ritt aus der Stadt: Obwohl die bayerischen Reiter „für sich selbst den vorzug genommen, so seind inen doch die pfältzische durch andere gassen fürgeeylt, also das irer etliche vor den bayrn das thor erreicht, bei welchem sy so lang gehalten und den bayrischen den paß versperrt, biß die gantze pfältzische reiterei fürkhommen ist“285.

Die diesbezüglichen Verhandlungen zwischen Bayern und Pfalz-Neuburg zunächst um die Präzedenz und die vorrangige Session allgemein286 wurden schon vor der Ankunft des Kaisers präzisiert auf die Klärung der strittigen Zugfolge bei dessen Empfang. Pfalzgraf Philipp Ludwig gab seinen Gesandten vor, in Absprache mit den anderen Mitgliedern des Hauses Pfalz Herzog Maximilian den Vorrang beim Einzug Rudolfs zu verweigern, weil gemäß den Verträgen allein der regierende Herzog in Bayern „dem haus Pfaltz vorgehen solle“, Maximilian aber nur als „verweser“ des regierenden Fürsten fungiere und „auch alters halben uns nicht vorzuziehen sey“287. Da die bereits anwesenden Gesandten von Kurpfalz und Pfalz-Zweibrücken dies unterstützten288, forderten die Pfalz-Neuburger Delegierten Reichserbmarschall Alexander von Pappenheim auf, bei der Anordnung der Zugfolge für den Empfang des Kaisers den Vorrang Pfalzgraf Philipp Ludwigs vor Maximilian als nicht regierendem Fürsten zu berücksichtigen. Weil Pappenheim aber dazu riet, die Differenzen möglichst vorab zu klären289, verhandelten die Neuburger Gesandten am 14. 5. und 16. 5. mit den bayerischen Räten. Gegen deren Argument, der Vorrang sei berechtigt, weil die bayerische Vertretung so gestaltet sei, „allß wann ire Dlt. [Hg. Wilhelm] selbst in der person alhie weren“, indem Maximilian die vornehmsten „officier, auch die pferd unnd annders“ bei sich habe, die dem regierenden Herzog Wilhelm zugehörten, beharrten die Neuburger auf der Präzedenz des Pfalzgrafen als regierender und älterer Fürst290. Bei den folgenden Verhandlungen mit Philipp Ludwig persönlich am 17. 5. 1594 gestanden die bayerischen Gesandten zwar zu, dass Herzog Maximilian dem Pfalzgrafen im Fürstenrat „den vorrang für dißmal allß ein jüngerer und noch nicht regierender fürst nicht streitten wollte, aber meines gnedigen fürsten und herrn [Philipp Ludwig] leutten unnd hofgesind den vorzug für den bairischen zugestatten, weren sie nicht gemeint, auch nicht schuldig“. Da der Pfalzgraf dies erneut ablehnte291, konnte der Streit bis zum erwarteten Einzug des Kaisers am Nachmittag des 17. 5. nicht beigelegt werden. Zwar war ein letzter Vermittlungsversuch in der Versammlung der Fürsten im Kurmainzer Quartier am 17. 5. unmittelbar vor dem Ausritt zum Empfang Rudolfs insofern erfolgreich, als der Pfalzgraf nach der Intervention eines kaiserlichen Verordneten und der Bitte der Fürsten zugestand, gegen das Angebot Maximilians, er werde ihm sowohl „im einritt allß auch sonsten in anderen actionibus uff disem reichstag den vorgang lassen“, seinen bereits versammelten Hofstaat mit den Pferden abzuberufen, lediglich mit einigen wenigen Personen am Einzug teilzunehmen und dabei für sich (nicht für das Gefolge, für das der bayerische ‚Vortrab‘ anerkannt wurde) den Vorrang einzunehmen292. In der Interpretation Maximilians dagegen hatte er bei dieser Unterredung neben dem Gefolge auch für sich die Präzedenz gesichert: „Im hinausreitten bin ich auf der rechten handt geritten293 und habe ine, pfaltzgraven, an der linckhen handt in die mitten und neben ime der von Choburg“294. Allerdings seien gegen diese Vereinbarung anschließend dennoch viele Reiter des Pfalzgrafen zum Empfang hinausgeritten und hätten sich dabei vor die Reiter aller anderen Kurfürsten und Fürsten, ja sogar vor den Reichserbmarschall gedrängt, bis dieser sie auf der Brücke aufgehalten habe. Maximilian schickte deshalb am 18. 5. seine Räte zu Philipp Ludwig, um sich gegen den gewaltsam okkupierten Vorrang zu beschweren. Die Neuburger Gesandten rechtfertigten sich damit, dass die Reiter von der Vereinbarung nichts gewusst, an der Brücke dem Reichserbmarschall den Vortrab überlassen und sich sodann auf den Befehl des Pfalzgrafen hin zurückgezogen hätten295.

Nach dem verhinderten Empfang am 17. 5. stand dem Adventus des Kaisers am 18. 5. 1594 nichts mehr im Wege: Rudolf ließ von seinem Hofmarschall ankündigen, er werde zwischen 3 und 4 Uhr nachmittags aus Regenstauf kommend in Regensburg einziehen. Daraufhin versammelten sich die persönlich anwesenden Kurfürsten und Fürsten wie schon am Vortag erneut mit ihrem Gefolge im Kurmainzer Quartier und ritten von dort aus dem Kaiser entgegen, um ihn in die Stadt zu geleiten. Beim Einzug reihten sich Herzog Maximilian von Bayern und Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg unmittelbar vor dem Kaiser ein, noch vor ihnen ritten Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg und Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg. Dem Kaiser folgten die Kurfürsten von Mainz und Trier sowie der Erzbischof von Salzburg und der Bischof von Würzburg. An der Steinernen Brücke wurde Rudolf vom Regensburger Rat empfangen und unter einem Traghimmel bis zum Domstift geleitet, dort wechselte er unter den Baldachin der Regensburger Domgeistlichkeit. Vor dem Dom stieg der Kaiser von seinem Pferd und begab sich in die Kirche, wo das „Te Deum Laudamus“ angestimmt wurde. Abschließend zog Rudolf in seine Herberge, den Bischofshof. Am Einzug waren insgesamt fast 1600 Pferde beteiligt.

Dieser relativ knappen und nüchternen Beschreibung im Mainzer Protokoll296 entsprachen die Schilderungen in mehreren Mitschriften anderer Reichstagsgesandten297, die für Einzelheiten zum Teil auf singuläre handschriftliche Darstellungen oder auf bald erscheinende Drucke verwiesen. Die hessischen Gesandten protokollierten kommentierend, der Kaiser sei „ohnn große pompa unnd nicht weitt mehr dann uberall mitt dem gantzenn hauffenn uber 1500 pferden eingetzogen“298. Ähnlich stellte die Fuggerzeitung aus Regensburg vom 20. 5. 1594 fest: Der Einzug ist „gleichwol nit so stattlich unnd mit grosser anzahl (alß mans haben wellen), gehalten worden, dann es ire Mt. sollicher gestalt nicht haben [wollen], sonndern seindt inn disem nicht über 2000 pferdt gezelt worden“299. Auch die Gesandtenberichte beschränkten sich weitgehend auf die Nennung der beteiligten Kurfürsten und Fürsten sowie der Anzahl der Pferde300, gingen nur vereinzelt auf die Zugfolge und die Ausstaffierung der Reiter ein301 und beriefen sich meist auf eigenständige Beschreibungen302, die den Berichten teils beilagen. Von anderen Reichstagsteilnehmern schilderte der steiermärkische Sekretär Speidl in seinem Tagebuch den Adventus Rudolfs303, ausführlicher stellte Reichsherold Peter Fleischmann den Einzug in seiner Reichstagsbeschreibung auf neun Druckseiten dar304, ebenso tat dies der kurpfälzische Rat Marcus zum Lamm im „Thesaurus Picturarum“305, wo die Schilderung des Einzugs umfangreicher ausfällt als die gesamte weitere Darstellung des Reichstags306.

Besonders auffallend ist die hohe Anzahl von mindestens zwölf zeitgenössischen Drucken307 aus dem Jahr 1594, die den Einzug im Detail wiedergeben. Allerdings stimmen mehrere Drucke im Inhalt und auch Wortlaut weitgehend überein, unterscheiden sich also nur in wenigen Einzelheiten, im Frontispiz oder im Layout mit abweichenden Zeilen- und Seitenumbrüchen. Dies gilt zunächst für drei Drucke mit gänzlich bzw. fast identischem Titel308, jeweils gleicher Vorrede und textlicher Analogie, es variieren lediglich Frontispiz und Layout. Drei andere Drucke geben im Titel vor, neben dem Einzug auch das Zeremoniell bei der Eröffnung des Reichstags aufzugreifen309, sie beschränken sich allerdings dementgegen erneut wie die vorgenannten Drucke auf den Adventus des Kaisers, ohne den Vortrag der Proposition und die Eröffnung zu erwähnen. Ansonsten entsprechen sie inhaltlich gänzlich und im Wortlaut weitgehend den drei erstgenannten Drucken, sie nennen jedoch bei der Zugabfolge (Nr. 19) fälschlich Reichserbmarschall Alexander von Pappenheim anstelle Joachims [d. J.] von Pappenheim als Schwertträger. Zwei weitere Drucke beziehen sich auf Abbildungen des Einzugs, sie enthalten diese aber nicht, sondern sind der im Folgenden angesprochenen Radierung Uffenbachs zuzuordnen. Einer dieser Drucke beschränkt sich wie die bisher genannten Werke wiederum in inhaltlicher und fast durchgehend textlicher Kongruenz auf den Einzug310, der zweite weicht nur geringfügig in der Nummerierung der Zugfolge ab, nennt bei den Datumsangaben jeweils beide Fassungen (s. n., s. v.) und ergänzt analog dem Titel311 eine Beschreibung der Bekleidung des kaiserlichen und reichsfürstlichen Gefolges. Stimmen die bisher zitierten Drucke also inhaltlich gänzlich und im Wortlauf weitgehend überein, so ist ein weiterer als originäre und eigenständige Darstellung einzustufen312. Gleiches gilt für drei in Reimform abgefasste Beschreibungen, davon zwei in deutscher313 und eine in lateinischer Sprache314. Die im Vergleich zu anderen Reichstagen der zweiten Hälfte des 16. und der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit den zahlreichen Drucken sehr gute Dokumentation der Reichsversammlung 1594 am Beispiel des kaiserlichen Einzugs verweist auf deren gesteigerte Außenwahrnehmung, die wohl zurückzuführen ist auf die lange ‚reichstagslose‘ Zeit seit 1582315. Komplementär zu den meisten Drucken ist heranzuziehen die Radierung von Philipp Uffenbach mit dem Titel: „Einritt der Key. Mt. Rudolphi 2 auff den Reichstag zu Regenspurg. 8. Maij 1594. Dauon in Relatione Historica Weiter zusehen“316. Die dort bei den einzelnen Abteilungen des Einzugs angegebenen Nummern korrespondieren mit der Beschreibung nicht nur in einem317, sondern in den meisten genannten Drucken318.

Andere Beschreibungen des Einzugs finden sich in zeitgenössischen Chroniken319 und älteren Werken320 sowie, verbunden mit analytischen Zielsetzungen, in der neueren Literatur321.

Die folgende Darstellung des Empfangs und Einzugs Rudolfs II. in Regensburg beruht auf der Schilderung in den erwähnten Drucken322 und ergänzt sie um Zusätze in der Beschreibung Fleischmanns323 sowie um originäre Quellenaussagen:

Nach dem unterbliebenen Einzug am 17. 5. 1594 versammelt der Kaiser am 18. 5. erneut die von ihm als Aufwartung angeforderten Grafen, Herren und Landsassen in Regenstauf, wo sie von Rumpf, Trautson und anderen Räten in einem dreigliedrigen Zug geordnet werden, der um 1 Uhr mittags Richtung Regensburg aufbricht. Rudolf folgt mit anderen ‚hohen Ständen‘, die ihn von Prag herbegleitet haben, erst etwas später, als sich seine Aufwartung bereits eine halbe Meile von Regenstauf entfernt befindet. Um den Anschluss herzustellen, muss die Abteilung des Kaisers so sehr eilen, dass man „ein Staub, so von den Wägen vnd Rossen auffgetrieben, hat sehen können“. Gemeinsam reitet man weiter bis zum Dorf Bach, eine Meile von Regensburg entfernt324, wo die kaiserlichen Edelknaben warten und sich in das Gefolge einreihen, das anschließend bis eine halbe Meile vor Regensburg zieht. Zwischenzeitlich sind dem Kaiser von Regensburg aus die dort persönlich anwesenden Kurfürsten und Fürsten entgegengezogen325. Sie brechen zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags mit ihrem gesamten Gefolge auf: An der Spitze die Kurfürsten von Mainz und Trier nebeneinander, danach Erzbischof Wolf Dietrich von Salzburg und Bischof Julius von Würzburg ebenfalls nebeneinander, ihnen folgen Herzog Maximilian von Bayern, Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg mit zwei Söhnen [Wolfgang Wilhelm und August], Herzog Johann Casimir von Sachsen-Coburg und Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg. Eine halbe Meile vor Regensburg werden sie vom kaiserlichen Obersthofmarschall Trautson326 begrüßt und gebeten, die Ankunft Rudolfs auf einer Wiese im Schatten unter Bäumen abzuwarten. Sie nehmen dort Aufstellung, ordnen ihre Reiter kreisförmig an, steigen selbst von den Pferden und stellen sich in die Mitte des Kreises. Der Kaiser kommt eine halbe Stunde später in einer Kutsche, verlässt diese und geht auf die Kurfürsten und Fürsten zu, die ihrerseits Rudolf entgegengehen. Der Kaiser reicht zur Begrüßung jedem die Hand. Daraufhin hält Kurfürst Wolfgang von Mainz als Reichserzkanzler namens aller Anwesenden die Begrüßungsrede327, die der Kaiser persönlich stehend und mit entblößtem Haupt erwidert328. Dabei warten ihm Obersthofmeister Rumpf und Oberststallmeister Graf Albrecht von Fürstenberg auf, denen von den Kurfürsten und Fürsten ebenfalls die Hand geboten wird329. Man begibt sich zu Pferde und reitet mit dem Gefolge des Kaisers und der begleitenden Fürsten nach Regensburg, wo man zwischen 4 und 5 Uhr nachmittags einzieht.

Der Einzug findet in folgender Abfolge statt330: 1) 5 Reihen (‚Glieder‘) mit Reitern des Reichserbmarschalls Alexander von Pappenheim, dieser als Reichserbmarschall selbst, danach 12 Reihen Kurmainzer Gefolge mit 4 Trompetern. 2) 14 Reihen Kurtrierer Gefolge mit 3 Trompetern, dahinter 7 Reihen Junker. 3) Einem bayerischen Trompeter folgen 8 Reihen Arkebusier und 9 Reihen Edelknaben sowie der Hofmeister des Herzogs von Bayern. Danach 6 in Samt gekleidete bayerische Trompeter und 15 Reihen bayerische Herren und Adelige, ebenfalls in Samt gekleidet. 4) Für Salzburg ein Trompeter, ein Hauptmann und 10 Reihen „Carabiner“, bekleidet mit gelben Ärmeln und Röcken mit langen Schößen, dazu 3 weitere Trompeter. 5) 12 Reihen in Samt und Gold gekleidet, mit 3 Würzburger Trompetern. 6) Ein ksl. Offizier, dem 127 Reihen folgen331. 7) Eine von 4 Pferden gezogene Kutsche, auf welcher der englische Kammerhund des Kaisers mitgeführt wird332. 8) 10 Leibpferde des Kaisers mit schwarzen Tüchern, einige mit weißem und gelbem Samt verbrämt333. 9) Ein Heerpauker. 10) 20 Trompeter, in schwarzen Samt gekleidet, auf den Fahnen der Reichsadler. 11) 10 kaiserliche Edelknaben auf 10 spanischen Pferden, gekleidet in samtene italienische Röcke, unter denen einer einen Spieß, ein anderer die Leibrüstung des Kaisers trägt334. Diese Edelknaben reiten nicht gliedweise, sondern einzeln hintereinander. Nach ihnen kommt ein weiterer Edelknabe mit einem sehr langen Speer und einem hohen Federbusch, dem seinerseits eine Reihe Edelknaben ebenfalls mit hohen Federbüschen und vergoldeten Schilden folgt. 12) Deutsche und böhmische Offiziere. 13) Ein Marschall mit 27 Reihen deutscher, böhmischer und italienischer Offiziere und Truchsessen. 14) Pfalzgräfliche und Coburger Junker. 15) Der ungarische sowie der böhmische Herold in ihrem Habit mit dem Adler. 16) Der kaiserliche Obersthofmarschall Trautson335. 17) Die weltlichen Reichsfürsten: Zwei Söhne Pfalzgraf Philipp Ludwigs von Neuburg nebeneinander, dann Herzog Johann Casimir von Sachsen zur Rechten und der Landgraf von Leuchtenberg zur Linken nebeneinander, nachfolgend Pfalzgraf Philipp Ludwig von Neuburg zur Rechten und Herzog Maximilian von Bayern zur Linken nebeneinander. 18) Der kaiserliche Herold [Fleischmann] sowie der Herold des römischen Königs mit ihren Trabanten. 19) Joachim von Pappenheim [d. J.] mit dem entblößten Schwert336.

20) Kaiser Rudolf II.: Er reitet auf einem schwarzbraunen spanischen Pferd337, ist „bekleydet auff italianisch, führet einen Spanischen fahlen oder grawlichten Mantel, mit Güldenen Borten verbremet, einen Hut mit Ascherfarben vnd weissen Federn“. Rudolf wird am ersten Brückturm von den Regensburger Ratsherren empfangen. Sie überreichen ihm als Symbol ihrer Dienstbereitschaft und der Unterwerfung unter die kaiserliche Gewalt die Stadtschlüssel, die sich in einem Säckchen aus rotem und weißem Taft befinden. Der Kaiser übernimmt die Schlüssel aber nicht, reicht jedem Ratsherren die Hand und lässt antworten338, er nehme das Dienstangebot an und versichere der Stadt seine Gnade. Aufgrund des starken Winds auf der Brücke kann der Regensburger Rat den Kaiser erst beim inneren Brückturm, auf dem zu Ehren Rudolfs eine neue Inschrift angebracht worden ist339, unter seinen Baldachin aus gelbem Seidenatlas nehmen, auf dessen Unterseite der Reichsadler aufgestickt ist340. Den Baldachin tragen 6 Ratsherren. Beim folgenden Zug durch die Stadt bis zur Unterkunft des Kaisers säumen mehr als 3000 in Rüstung angetretene Regensburger Bürger die Straßen. In der folgenden Nacht werden auf dem Unteren Wöhrd 18 große Salutkanonen abgefeuert.

21) Im Anschluss an den Empfang reihen sich die Regensburger Ratsmitglieder hinter dem Kaiser in den Zug ein. 22) Nach ihnen folgen Kurfürst Wolfgang von Mainz zur Rechten und Kurfürst Johann von Trier zu Linken nebeneinander341. 23) 3 Reihen Spießjungen, in schwarzen Samt gekleidet und mit schwarzen und gelben Federn geschmückt. 24) 100 Hartschiere mit Rüstung unter ihren Röcken, auf dem Haupt Sturmhauben mit schwarzen, gelben und weißen Federn sowie langen Bändern in gleichen Farben342. 25) 2 türkische Pferde, geschmückt mit türkischen Farben343. 26) 7 Reihen Fußknechte. 27) Die beiden Leibkutschen des Kaisers, gezogen von je 6 Pferden. Danach 3 weitere Kutschen. 28) Pfalz-Neuburger, 29) Salzburger und 30) Würzburger Fußknechte, insgesamt 124 Reihen344. 31) Eine verschlossene Kutsche345. 32) Einige Rüstwagen mit Wein und anderem Proviant.

In dieser Abfolge bewegt sich der Zug durch die Brückstraße und die Wahlenstraße zum Neupfarrplatz346, wo 2 Fähnriche der Stadt mit roten und weißen Fahnen sowie einige Soldaten mit Schlachtschwertern stehen. Der Kaiser zieht weiter bis zum Dom, wo er bereits von der Geistlichkeit, gekleidet in weiße Chorröcke, erwartet wird. Sie wird angeführt vom Weihbischof347 in seinem Ornat, neben ihm 2 Personen, die Bischofsstäbe halten, hinter ihm 2 Fahnenträger mit Kreuzfahnen aus rot-weißem Taft. Als der Zug den Dom erreicht, bilden die Trabanten ein Spalier; alle steigen von den Pferden ab, der Kaiser geht auf den Weihbischof zu, zieht zur Begrüßung den Hut und wechselt unter den Baldachin des Domkapitels348. Die oben genannten Kurfürsten und Fürsten reihen sich vor dem Kaiser ein und geleiten ihn in den Dom349. Dabei trägt Reichserbmarschall Alexander von Pappenheim das offene Schwert350, nach dem Kaiser folgen W. Rumpf und P. S. Trautson sowie Grafen und Herren.Der Zug in den Dom wird von den kaiserlichen Trompetern und dem Heerpauker umrahmt. Im Mittelschiff des Doms ist ein Samtkissen vorbereitet, auf dem Rudolf niederkniet und das osculum pacis küsst, das ihm der Weihbischof reicht und dabei mit Weihwasser besprengt. Danach geht der Kaiser zum Hochaltar, der mit Kerzen, einem mit Edelsteinen besetzten Kruzifix und in Gold und Silber gefassten Reliquien zugerichtet ist. Er setzt sich auf einen in der Nähe des Hochaltars vorbereiteten, verzierten Stuhl351, der Weihbischof liest das Tagesgebet (‚Collecte‘), die kaiserliche Hofmusik bringt ein Stück dar352, zum Abschluss erteilt der Weihbischof den Segen. Der Kaiser erhebt sich vom Stuhl, verlässt unter dem Gesang der Hofmusik den Dom und begibt sich, weil es bereits 6 Uhr abends ist, durch einen vorbereiteten Gang direkt vom Dom in sein Quartier, den Bischofshof353.

Erst einige Tage nach dem Einzug Rudolfs in Regensburg überreichte ihm der Rat der Stadt am 23. 5. 1594 die üblichen Ehrengeschenke: Vier Zuber Fische, einen Wagen Wein, zwei Wagen Hafer und einen vergoldeten Pokal in Form eines doppelten Kopfs im Wert von ca. 300 Talern354. Anschließend hielt sich der Kaiser nicht nur während der gesamten Verhandlungsdauer des Reichstags bis zu dessen Abschluss am 19. 8. 1594 ohne Unterbrechung in Regensburg auf, sondern er verblieb dort weitere fünf Wochen, ehe er die Stadt am 22. 9. in Richtung Prag verließ355.

Eine Auflistung des gesamten, höchst umfangreichen Hofstaates Kaiser Rudolfs beim Reichstag ist an dieser Stelle nicht möglich356, es können lediglich die wichtigsten politischen Funktionsträger im Geheimen Rat, in der Reichshofkanzlei sowie im Reichshofrat kurz angesprochen werden.

An der Spitze des Hofstaates standen 1594 Wolf Rumpf zum Wielroß357, Oberstkämmerer, seit 1590 zugleich Obersthofmeister und Geheimer Rat, der von allen Räten den wohl engsten Kontakt mit dem Kaiser hatte und großen Einfluss auf ihn ausübte358, sowie Paul Sixt III. Trautson359, Obersthofmarschall, Leiter des Hofzeremoniells mit der Regelung des Zugangs zum Kaiser, Mitglied des Geheimen Rates und Präsident des Reichshofrates. Beide gemeinsam bildeten seit 1590 das Zentrum des Hofes und trafen dort nicht zuletzt aufgrund der Ämterkumulation in den Jahren bis 1600 „die maßgeblichen politischen Entscheidungen“360. Neben ihnen stand Dr. Johann Wolf (Wolfgang) Freymon von Hohenrandeck361 als Verwalter des Reichsvizekanzleramtes im Fokus. Freymon war als Mitglied des Reichshofrats und des Geheimen Rates nach dem überraschenden Tod von Reichsvizekanzler Jakob Kurz von Senftenau362 am 11. 3. 1594 mitten während der Reichstagsvorbereitungen363 nach Prag berufen364 und zum vorläufigen Amtsverwalter ernannt worden365. Er führte die Kanzleigeschäfte bis zu seinem Rücktritt am 2. 9. 1597 nur als interimistischer Leiter, wurde also nie zum wirklichen Reichsvizekanzler befördert. Besondere Bedeutung erlangte neben Freymon Reichshofsekretär Andreas Hannewald366 als Mitglied der Reichshofkanzlei367: Er konzipierte nicht nur im Vorfeld der Reichsversammlung die Proposition, sondern entwarf ebenso in Regensburg die meisten kaiserlichen Resolutionen und Erklärungen.

Von den ständigen Mitgliedern des Reichshofrates368 spielten bereits in der Reichstagsvorbereitung und sodann in Regensburg wohl auch aufgrund ihrer Doppelfunktion zugleich als Geheime Räte Johann Christoph von Hornstein369 und Dr. Rudolf Coradutz370 eine wichtige Rolle. Beim Reichstag traten daneben im direkten Verhandlungszusammenhang die Reichshofräte Zdenko Adalbert Popel von Lobkowitz371, Eberhard Wambold von Umstatt372 und Dr. Arnold Bormann373 deutlicher in Erscheinung374. Neben ihnen wirkte speziell an den Verhandlungen mit den Reichsstädten in deren Konflikt mit Augsburg auch Graf Ludwig von Löwenstein mit, der vor Beginn der Reichsversammlung zusätzlich zu den ständigen Mitgliedern des Reichshofrates375 in das Gremium berufen worden war.

Das auf Reichstagen übliche Verfahren, den Reichshofrat während deren Dauer gesondert zu konstituieren und personell zu erweitern, um den erhöhten Arbeitsanfall insbesondere für die Erledigung der zahlreichen Supplikationen bewältigen zu können376, kam auch 1594 zur Anwendung: Der Kaiser forderte auf der Grundlage eines Geheimratsbeschlusses377 mit Schreiben vom 15. 2. 1594 mehrere Grafen und Herren auf, persönlich nach Regensburg zu kommen und dort am Reichshofrat mitzuwirken. Das Schreiben378 ging an die Grafen Eitel Friedrich von Hohenzollern, Philipp V. von Hanau-Lichtenberg, Wilhelm von Oettingen, Ludwig von Löwenstein, Joachim von Fürstenberg, Simon zur Lippe, Hermann von Manderscheid-Blankenheim und Wilhelm von Zimmern (wohl gestrichen) sowie Dietrich Echter von Mespelbrunn (gestrichen) und Haug Dietrich von Hohenlandenberg, Landkomtur der Ballei Elsass und Burgund379. Da die meisten der Adressaten die Reichstagsteilnahme und damit ihre Mitwirkung am Reichshofrat absagten380, wurde dessen ordentliche Besetzung letztlich nur um die Grafen Ludwig von Löwenstein381 und Simon zur Lippe (dauerhafte Aufnahme) sowie Haug Dietrich von Hohenlandenberg ergänzt382. Außerdem wurde während des Reichstags der bereits zuvor anberaumte Wechsel im Präsidium des Reichshofrats vollzogen: Nachdem Landgraf Georg Ludwig von Leuchtenberg nach anfänglichem Sträuben die Forderung des Kaisers Ende März 1594 akzeptiert hatte, den Vorsitz dauerhaft, also nicht begrenzt auf den Zeitraum des Reichstags, zu übernehmen383, erfolgten in Regensburg am 21. 6. der Rücktritt des bisherigen Amtsinhabers, Paul Sixt Trautson, und am 22. 6. 1594 die feierliche Amtseinführung Landgraf Georg Ludwigs durch Kurfürst Wolfgang von Mainz in Anwesenheit des Kaisers sowie aller Geheimen und der Reichshofräte384. Der Reichshofrat tagte in dieser erweiterten Besetzung relativ permanent während und zudem nach dem Abschluss des Reichstags in Regensburg vom 4. 6. bis zur letzten Sitzung am 14. 9. 1594385.

Neben den kaiserlichen Räten hielten sich insbesondere wegen der Verhandlungen zur Türkenhilfe auch die Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler386 und Christoph von Loß d. Ä.387 am Reichstag auf.

Anmerkungen

263
 Vgl. Einleitung, Kap. 4.3.
264
 Vgl. deren Verzeichnis bei Fleischmann, Beschreibung [M3, N].
265
 HHStA Wien, RK RTA 63, fol. 210 (Kop.).
266
 HKA Wien, Hoffinanz Ö, Bücher 479, fol. 99 (Kop.). Für die Finanzierung der Rückreise aus Regensburg nach Prag forderte die Hofkammer die schlesische Kammer am 13. 7. 1594 auf, 20 000 Taler für verkaufte Güter beizubringen und zu beraten, wie eine „starcke summa gelts“ aufzubringen sei (ebd., fol. 192’. Kop.). Am 24. 8. sollte auch die böhmische Hofkammer beraten, auf welche Weise für die Rückreise des Ks. „ein ergäbige summa gelts“ zuwege zu bringen sei (ebd., fol. 236. Kop.). Vgl. zum materiellen Aufwand der Kaiserreisen allgemein: Rudolph, Reich, 71–76.
267
 Vgl. Einleitung, Kap. 4.2.2.
268
 Protokoll J. W. Freymons für die Vorbereitungsphase am ksl. Hof: HHStA Wien, RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 348’. Ebenso im Bericht von Nuntius Speciano an C. Aldobrandini (Regensburg, 5. 5. 1594): Pazderová, Epistulae III, Nr. 632 S. 1419 f.
269
 Fuggerzeitung aus Regensburg vom 20. 5. 1594 (ÖNB Wien, Cod. 8967, fol. 719). Vgl. Pazderová, Epistulae I, Einleitung, LXXXII. Abreisedatum 7. 5. auch bei Fleischmann, Beschreibung [B]. Dagegen in Landtagsverhandlungen VIII, Einleitung, 195 mit Anm. **: Abreise aus Prag am 10. 5. 1594.
270
 HStA Dresden, GA Loc. 10202/5, fol. 86 f. (Kop. als Beilage zum Bericht der kursächsischen Gesandten vom 6. 5. {26. 4.} 1594: Ebd., fol. 78–85’. Or.).
271
 Landrichter Dietrich von Winterfeld an die Regierung in Amberg (Bruck/Oberpfalz, 16. 5. {6. 5.} 1594: HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. Or.). Die Regierung in Amberg hatte zuvor Dietrich von Winterfeld für den Empfang und das Geleit des Ks. vorgeschlagen (Amberg. 24. 3. {14. 3.} 1594: Ebd., K. blau 451/11, unfol. Or.). Der Ks. seinerseits hatte mit Schreiben vom 9. 4. 1594 (Prag) Kf. Friedrich IV. und Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg gebeten, bestimmte Straßenabschnitte für seine Durchreise ausbessern sowie Lebensmittel und Futter gegen Bezahlung bereitstellen zu lassen (HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 37–38’, fol. 42 f. Konzz. Vgl. Kossol, Reichspolitik, 58).
272
 Maximilian an Hg. Wilhelm V. (Regensburg, 15. 5. 1594): HStA München, KÄA 3232, fol. 76–80’, Zitat 76 (Or.).
273
 Maximilian an Hg. Wilhelm V. (Regensburg, 16. 5. 1594): Ebd., fol. 81–82’, Zitat 81. Vgl. Stieve, Politik I, 192 mit Anm. 3.
274
 Vgl. zu den Kaisereinzügen in die Stadt Regensburg allgemein; Rudolph, Reich, 118–142; der Kaisereinzug als politisches Kommunikationsereignis: Rudolph, Adventus.
275
 Vgl. Rudolph, Reich, 129: Die kurzfristige Verlegung als gezieltes „Düpieren von Reichsfürsten“ durch den Ks., der damit „seine Machtvollkommenheit ostentativ bekräftigte“ und zu dieser „disziplinarischen Maßnahme“ griff, um vor dem Hintergrund der Rangdifferenzen beim Einzug künftigen Verhandlungsverzögerungen durch Sessionsstreitigkeiten vorzubeugen.
276
 Bericht B. Laymann an Ehg. Ferdinand II. (Regensburg, 21. 5. 1594): HHStA Wien, RK RTA 66a, fol. 418–423’, hier 418 (Or.). Auch erwähnt im Tagebuch des steiermärkischen Sekretärs Speidl: Die Bürgerschaft stand am 17. 5. „mit trummel, pfeiffen, aufgereckten fändlein in iren Harnuschen [!] und Rüstungen“ in den Straßen (Loserth, Tagebuch, 30). Vgl. dazu die Schilderung in den Regensburger „Denkwürdigkeiten“ zum RT 1594: Aufgrund der Ankündigung des ksl. Einzugs am 17. 5. (7. 5.) hat die Stadt „ihr gantze burgerschafft in rüstung gebracht, so von der steinen bruggen an durch die wallerstraß, neupfarr und juden gassen biß hin zur tumbkhirchen bey hoff gestanden. Die gässen und fenster sein voller zueseher gewest“. Da der Ks. wider Erwarten in Regenstauf blieb, „ist die burgerschafft von 10 uhr zu mittag biß 6 zu abends vergebens in der rüstung gestanden“ (StadtA Regensburg, Historica I Nr. 4, fol. 53; vgl. danach: Lanzinner, Facetten, 52).
277
 Der Ebf. von Salzburg kam am 17. 5. erst kurz vor dem erwarteten Empfang des Ks. in Regensburg an und zog deshalb allein erst nach den anderen Ff. vor die Stadt (Kurmainz, fol. 7 f.; Wett. Gff., unfol.).
278
 Würzburg, unfol.
279
 Genauer in Pfalz-Neuburg G, fol. 335’ f.: Pfgf. Philipp Ludwig und Hg. Johann Casimir von Sachsen nebeneinander in der Mitte, Hg. Maximilian zur rechten Seite des Pfgf. und der Lgf. von Leuchtenberg zur linken Seite Johann Casimirs.
280
 Bericht B. Laymann vom 21. 5. 1594 (wie Anm. 387, hier fol. 418). Auch die Drucke mit der Schilderung des Einzugs am 18. 5. (vgl. unten, Anm. 419 ff.) gehen einleitend kurz auf den verhinderten Empfang am 17. 5. ein, nennen als Grund aber nur, der Ks. sei „damals anders Sinns worden“. Vgl. Joist/Kamp, Einzug, 145.
281
 Bericht des kursächsischen Gesandten A. Bock an Kuradministrator Friedrich Wilhelm vom 18. 5. (8. 5.) 1594: HStA Dresden, GA Loc. 10202/5, fol. 185–188a’, hier 185’ (Or.).
282
 Bericht der Hessen-Kasseler Gesandten an Lgf. Moritz vom 19. 5. (9. 5.) 1594: StA Marburg, 4e Nr. 1394, unfol. (Or.).
283
 = Blasen- oder Nierenstein. Bericht der Kurbrandenburger Gesandten an den Kf. vom 22. 5. (12. 5.) 1594: GStA PK Berlin, I. HA GR Rep. 10 Nr. XX, fol. 22–31’, hier 22’ (Or.).
284
 Fuggerzeitung vom 20. 5. 1594 (wie Anm. 380, hier fol. 719’).
285
 Bericht B. Laymann vom 21. 5. 1594 (wie Anm. 387, hier fol. 418’).
286
 Vgl. Einleitung, Kap. 3.3 mit Anm. 304.
287
 Memoriale des Pfgf. für die Gesandten (Pielenhofen, 11. 5. {1. 5.} 1594): HStA München, K. blau 275/3, fol. 269–270’, Zitat 269’ (Or.).
288
 Beratungen am 13. 5. (3. 5.) 1594: Pfalz-Neuburg G, fol. 276–277’. Die Unterredung mit dem Gesandten Pfgf. Georg Gustavs von Pfalz-Veldenz fand am 14. 5. (4. 5.) statt (ebd., fol. 295–296).
289
 Verhandlungen der Neuburger Räte mit dem Reichserbmarschall am 14. 5. (4. 5.) 1594: Ebd., fol. 297–298’.
290
 Pfalz-Neuburg G, fol. 301–304’, Zitat 301’ (Eintrag Hd. Zöschlin für 15. 5. {5. 5.} mit Bezugnahme auf die Verhandlungen am Vorabend, 14. 4. {4. 4.}); fol. 311–313’ (Eintrag Hd. Zöschlin für 17. 5. {7. 5.} mit Bezugnahme auf Verhandlungen am 16. 5. {6. 5.}). Gemäß Bericht J. Gailkirchers an Hg. Wilhelm V. vom 16. 5. 1594 waren diese Differenzen einer der Gründe dafür, dass Maximilian dem Ks. nach Regenstauf entgegenritt (vgl. oben bei Anm. 383), um ihn dort um eine Regelung zu bitten, damit Bayern „khain unbillicher eintrag beschehe“ (HStA München, KÄA 3232, fol. 71–75’, hier 72’–73’, Zitat 73’. Or.).
291
 Pfalz-Neuburg G, fol. 328–331, Zitat 329 (Protokoll Hd. Zöschlin). Die Verhandlungen am 14. 5., 16. 5. und 17. 5. 1594 in der bayerischen Protokollierung: Bayern A, fol. 518’–524.
292
 Pfalz-Neuburg G, fol. 332–336, Zitat 334’. Vgl. Stieve, Politik I, 192; Kossol, Reichspolitik, 58 f.
293
 Bei paarweise angeordneten Ff. ritt der jeweils ranghöhere auf der rechten Seite (Rudolph, Reich, 132).
294
 Bericht an Hg. Wilhelm V. vom 17. 5. 1594: HStA München, KÄA 3232, fol. 83–85’, Zitat 83 f. (Or.).
295
 Bayern A, fol. 524–527’. Gegenprotokollierung: Pfalz-Neuburg G, fol. 337–338’.
296
 Kurmainz, fol. 9.
297
 Augsburg, unfol. (mit Hinweis darauf, dass der Bf. von Passau aufgrund seines Alters und „leibsschwacheit“ nicht am Einzug habe teilnehmen können). Baden-Durlach, fol. 5 f.; Eichstätt, fol. 7–8’; Protokollauszug aus Pfälzer Provenienz (HStA Dresden, GA Loc. 10204/1, fol. I f.). Eine Ausnahme bildet das bayerische Zeremonialprotokoll, das genauer auf den Zug der empfangenden Ff. aus der Stadt, die Empfangsrede des Kf. Mainz, den folgenden Einzug mit einer Beschreibung der Abfolge, das Eröffnungszeremoniell im Dom und das abschließende Geleit des Ks. in sein Quartier eingeht (Bayern A, fol. 528–536). Die Beschreibung in den Regensburger „Denkwürdigkeiten“ (wie Anm. 387, hier fol. 53’) legt den Schwerpunkt auf die Rolle des Regensburger Rates und der Bürgerschaft (vgl. Lanzinner, Facetten, 52).
298
 Hessen, unfol.
299
 Wie Anm. 380, hier fol. 720.
300
 Bericht der Kurbrandenburger Gesandten vom 22. 5. (wie Anm. 394), hier fol. 22 (1700–1800 Pferde).
301
 Bericht der Pommern-Stettiner Gesandten an Hg. Johann Friedrich vom 20. 5. (10. 5.) 1594: AP Stettin, AKS I/201, pag. 1361–1363, 1366, hier 1360–1362 (Or.).
302
 HStA München, K. blau 113/3 I Fasz. 2, unfol. (Kurpfälzer Schilderung mit Schwerpunkt auf der Zugfolge als Beilage zum Bericht der Gesandten an den Kf. vom 19. 5. {9. 5.} 1594: Ebd., unfol. Kop.). LHA Schwerin, RTA I GstR 31b, fol. 284–289 (singuläre Beschreibung als Beilage zu einem Bericht der Mecklenburger Gesandten). StA Marburg, 4e Nr. 1394, unfol. (Beilage zum Bericht der hessischen Gesandten an Lgf. Moritz vom 22. 5. {12. 5.} 1594: Ebd., unfol. Or.). LAV NRW R, JB II 2343, fol. 302–303’ (Beilage zum Bericht der Jülicher Gesandten an die Jülich-Klever Räte vom 25. 5. 1594). GLA Karlsruhe, Abt. 111 Nr. 320, unfol. (Zugfolge, teils Beschreibung der Kleidung; 1410 beteiligte Pferde). HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 196–201’ (enthält auch den abgesagten Einzug am 17. 5.; für 18. 5. mit genauer Zugfolge. Überschr.: „Verzaichnus der röm. ksl. Mt. etc. uf 18. Maii anno 94 zu Regenspurg gehalltnen einritts und was sich zum thail darundter verloffen“.). HStA München, KÄA 3229, fol. 115–119’ (beschränkt auf die Zugfolge). HStA München, K. blau 317/16, unfol. (Überlieferung Pfalz-Neuburg). AVA Wien, FA Harrach 795, unfol. (spätere Abschrift. Überschr.: „Kurtzer bericht, mit was solennitäten der röm. ksl. Mt. Rudolphi II. einritt zu Regenspurg den 18. Maii 1594 gehalten worden“. Ausgewertet bei Rudolph, Reich, bes. 137). LAV NRW R, Kleve-Mark, Akten 3150, fol. 91–92 (kurze Beschreibung, dabei die Radierung Uffenbachs; vgl. Anm. 427). StA Würzburg, MRA 80, fol. 2–5’ (Kop. aus 17. Jahrhundert. Dorsv.: „Röm. ksl. Mt. einzug, uff den Reichs tag zu Regenspurg anno 1594 beschechen“. Gleichlautend: LAV NRW R, Kurköln VI Nr. 51, fol. 30–32’).
303
 Loserth, Tagebuch, 31–33 (v. a. Schilderung der Zugfolge); Auswertung ebd., 17–19.
304
 Fleischmann, Beschreibung [B, B2, B3, C] (Überschr.: „Kurtzer Bericht, mit was Solennitet der Kay. May. Einrit zu Regenspurg den 18. Maij Stylo nouo gehalten worden“.).
305
 Vgl. Einleitung, Kap. 1.2.
306
 Vgl. den Druck bei Otto, Geschichte, 336–340 (Überschr.: „Kurtze vndt Eigentliche Beschreibung der Römischen kayserlichen Mayestat, herren Rudolphen, des Nhamens des andern, Einritts vf dem Reichstag zu Regenspurg den 8. Maii nach dem Alten Calender. Anno 1594“.): Genaue Zugabfolge in 35 Einzelpunkten, knapp das Eröffnungszeremoniell im Dom). Vgl. Rudolph, Reich, 499 f.; Meise, Repräsentation, 295 f.
307
 Joist/Kamp, Einzug, 149, gehen noch von 6 vollständigen und einer fragmentarischen Beschreibung im Druck aus. Vgl. auch die Auflistung der folgenden Drucke bei Rudolph, Reich, 362, Anm. 119.
308
 Kurtze Beschreibung, Mit was Solennitet [3 Nachweise im Quellenverzeichnis]. Drucknachweis: Schottenloher, Buchgewerbe, Nr. 365 S. 269. Vgl. Radlkofer, Schriften, 75.
309
 Kurtze beschreibung, Mit was solennitet […]. Und mit was Solennitet hernach den 23. Maij […] [2 Nachweise im Quellenverzeichnis]; Kurtze beschreibung, Mit welcher gestalt und Solennitet.
310
 Abcontrafeytung unnd ware ordentliche Beschreibung.
311
 Kurtze und einfeltige Beschreibung, Mit was Solennitet […]. Sampt einer gründlichen und eygentlichen Abcontrafactur, inn was Kleydung […]. Weiterer Nachweis: Vocelka, Propaganda, 386 Nr. 220. Ausgewertet (Zugabfolge) bei Joist/Kamp, Einzug, 146–149.
312
 Beschreibung Des glückseligen Einzugs.
313
 Dilbaum, Einrit (Auswertung bei Radlkofer, Schriften, 74–76; Auszüge und Analyse: Rudolph, Reich, 363–365). Dhineus, Kurtzer einfältiger Bericht (Drucknachweis: Schottenloher, Buchgewerbe, Nr. 366 S. 270).
314
 Piscator, Brevis adumbratio (Drucknachweis: Schottenloher, Buchgewerbe, Nr. 364 S. 269).
315
 So Hille, Providentia, 438–440.
316
 Drucknachweis: Aulinger, Bild, 394, Nr. 85(Bildkatalog); vgl. ebd., 88 f.; Rudolph, Reich, 673. Abdruck der Radierung: Aulinger, Bild, Anhang, Abb. 16; Aulinger, Reichstage, 326 f. (mit Beschreibung); Vocelka, Rudolf II., 67; Rudolph, Reich, Abb. 18 (Einordnung, Kritik und Zielsetzung: Ebd., 397–399); Leeb, Reichstage, 48 f.; Joist/Kamp, Einzug, 146 f. Ebd., 150 f., Abdruck und Beschreibung eines weiteren Kupferstichs zum Einzug mit dem Titel: „Wahrhaffte Abcontrafactur, Mit was Solenitet und Herrligkeit […] Herr Rudolphus der Ander, erwälter Römischer Keyser, uff dem Reichstag zu Regenspurg im Jar Christi 1594 den 16. oder 6. Maij ist eingeritten Zu beratschlagen eine beharrliche stattliche Hülff wider den allgemeinen Feind der Christheit, den Türcken, Auch abwendung in derer des Hl. Römischen Reichs obligender hohen Beschwerden“.
317
 So Aulinger, Bild, 326 f., und Vocelka, Propaganda, 158 f. (zugehöriger Druck: Kurtze vnd einfeltige Beschreibung (wie Anm. 422).
318
 Vgl. auch Joist/Kamp, Einzug, 149; Nachweis der Drucke: 151 f.
319
 Aitzing, Annalis, 85 f.
320
 Khevenhiller, Annales IV, 1202–1205; Häberlin XVIII, 107–109; Gumpelzhaimer, Geschichte, 997–1001.
321
 Joist/Kamp, Einzug; Lanzinner, Facetten, 52 (nach StadtA Regensburg, Historica I Nr. 4, fol. 53 f.); Rudolph, Reich, 129–133, 137–140, 499 f. Vgl. allgemein zum Einzug des Ks. bei RTT (Ablauf, Rangfolge, Zurichtungen in der Stadt, ksl. Gefolge): Aulinger, Bild, 193–200.
322
 Die Zitate werden entnommen: Kurtze beschreibung, Mit was solennitet […]. Und mit was Solennitet hernach den 23. Maij […]. Vgl. nach einem anderen, aber weitgehend gleichlautenden Druck (wie Anm. 422) die großenteils im Wortlaut übernommene Schilderung bei Joist/Kamp, Einzug, 146–149.
323
 Fleischmann, Beschreibung [B, B2, B3, C].
324
 Nicht Bach/Donau, sondern Wenzenbach oder Irlbach bei Wenzenbach (vgl. Joist/Kamp, Einzug, 145).
325
 Die Angaben zur Reihung beim Auszug aus Regensburg fehlen in den Drucken, hier Übernahme mit weiteren Ergänzungen zum Empfang des Ks. vor Regensburg aus Fleischmann, Beschreibung [B, B2].
326
 Zur Rolle Trautsons beim Einzug 1594: Hadriga, Trautson, 66.
327
 Inhalt der Rede in Bayern A, fol. 529’–530’: Kff. und Ff. sind erfreut über die Ankunft des Ks. und danken, dass er ungeachtet seiner anderweitigen wichtigen Verrichtungen persönlich zum RT kommt, um zur Türkenabwehr und zur Klärung anderer Obliegen und Beschwerden des Reichs zu beraten. Sie erbitten den Beistand Gottes, damit sie unter der Regierung des Ks. dessen Protektion genießen, und sagen zu, ihm als getreue Untertanen mit allen Kräften zu dienen.
328
 Bayern A, fol. 530’: Ks. antwortet mit einer „khurtzen rede und per generalia, sed satis eloquenter“.
329
 Übernahme aus Fleischmann, Beschreibung [B2].
330
 Nummerierte Abfolge wie in den Drucken, die der Nummernfolge auf der Radierung Uffenbachs entsprechen. Zugabfolge auch bei Joist/Kamp, Einzug, 146–148. Generalisierend: Rudolph, Reich, 131–133; Auflistung der Abfolge: Ebd., 541–543.
331
 Gemäß Fleischmann, Beschreibung [B2], handelte es sich um die in Böhmen, Schlesien und der Lausitz angeforderten Landsassen des Ks. sowie um Reiter aus dem Gefolge Pfgf. Philipp Ludwigs von Neuburg und des Lgf. von Leuchtenberg „in grosser anzahl“. Verzeichnis der für den Ks. am Einzug beteiligten Adeligen und Landsassen aus dem Kgr. Böhmen: Fleischmann, Beschreibung [M3, N]. Die Beschreibung Des glückseligen Einzugs (Druck) spricht hier wohl übertrieben von mehr als 1000 böhmischen und etwa 500 schlesischen Reitern und Gefolgsleuten.
332
 Der Kammerhund als „singuläres Element“ des Einzugs, verweisend auf die Jagd als „wesentliches Element der Inszenierung adeliger Standeszugehörigkeit“: Rudolph, Reich, 132.
333
 Fleischmann, Beschreibung [B2]: Die Leibpferde des Ks. werden von Stallknechten an der Hand geführt.
334
 Fleischmann, Beschreibung [B3]: Es handelt sich um 12 Edelknaben, wovon der 11. Helm und ‚Schaft‘ [Speer] des Ks., der 12. dessen Leibrüstung mit sich führt.
335
 Fleischmann, Beschreibung [B3], nennt zusätzlich, neben Trautson reitend: Oberststallmeister Gf. Albrecht von Fürstenberg.
336
 Einige Drucke nennen an dieser Stelle Alexander von Pappenheim, der als Reichserbmarschall jedoch an der Spitze des Zuges ritt. Joachim d. J. (III.) war ein Sohn Alexanders (Schwackenhofer, Reichserbmarschälle, Stammtafel VI).
337
 Genauer in der Beschreibung Des glückseligen Einzugs (Druck): Ks. „auff einem gar schönen Gaul, der gantz lustig vnter ir May. gieng, vnd ir Kay. May. gantz frölich auff im sassen vnd sich auff alle Seitten vmbsahen“ (vgl. Rudolph, Reich, 132 f.).
338
 Fleischmann, Beschreibung [B3]: Vortrag der Antwort durch J. W. Freymon. Referat der Antwort hier sowie im Zusammenhang mit der Übergabe der Schlüssel bei Rudolph, Reich, 137 mit Anm. 249 (nach AVA Wien, FA Harrach 795; vgl. oben, Anm. 413).
339
 Vgl. Rudolph, Reich, 122 (Wortlaut der Inschrift).
340
 Zur genaueren Gestaltung vgl. Rudolph, Reich, 122, Anm. 186.
341
 Fleischmann, Beschreibung [B3], zusätzlich (fehlt in den inhaltlich übereinstimmenden Drucken, jedoch enthalten in Beschreibung Des glückseligen Einzugs): Beiden Kff. folgen der Ebf. von Salzburg und der Bf. von Würzburg nebeneinander, danach Obersthofmeister W. Rumpf und Christoph Popel als Verwalter des ksl. Oberstkämmereramtes (die Beschreibung Des glückseligen Einzugs nennt hier dagegen P. S. Trautson; vgl. diesen jedoch oben unter Nr. 16) sowie 2 ksl. Edelknaben mit dem Kammerschwert und der Büchse des Ks.
342
 Die Darstellung Uffenbachs endet mit dieser Gruppe.
343
 = in den Sultansfarben grün und weiß sowie als Teil der ksl. Kriegsbeute, um den Reichsständen den militärischen Erfolg zu veranschaulichen (Rudolph, Reich, 131 f.).
344
 Die Beschreibung Des glückseligen Einzugs (Druck) spricht hier wohl übertrieben von fast 2000 Mitwirkenden allein in diesem Zugabschnitt.
345
 In der Beschreibung des Marcus zum Lamm hier erläuternd die Annahme, in der verschlossenen Kutsche sei „vermuthlich irer Mayestät Mündtwescherinnen (!) undt Frawenzimmer eingezogen“ (Otto, Geschichte, 339).
346
 Joist/Kamp, Einzug, 148 f. (nach älterer Lit.). Damit beschritt man nicht den direkten Weg von der Steinernen Brücke zum Dom, sondern verlängerte ihn und damit die Dauer des feierlichen Einzugs gezielt (Adlhoch/Joist/Kamp, Einzüge, 38). Zum Zugweg: Rudolph, Reich, 137 f.
347
 Der postulierte Bf. Philipp von Regensburg hatte sich vor dem RT beim Ks. entschuldigt, er könne die kirchlichen Zeremonien und die Erteilung des Segens beim Empfang nicht übernehmen, da er noch nicht konsekriert sei, und deshalb vorgeschlagen, Weihbf. Johann Baptist Pichlmair, ein anderer Bf. oder ein päpstlicher Nuntius sollten dies übernehmen (Ingolstadt, 16. 4. 1594: HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 91–92’. Or.). Der Ks. befürwortete die Vertretung durch den Weihbf. oder einen benachbarten Bf. (an Bf. Philipp; Prag, 26. 4. 1594: HStA München, KÄA 3232, fol. 36 f. Kop.).
348
 Wegen der Differenzen um die Abgrenzung der Ansprüche von Stadt und Bf. beim Einzug des Ks., festgemacht an der Lokalisierung von dessen Wechsel unter den Baldachin des Domkapitels, hatte der Regensburger Rat vor dem RT ein Schreiben an den Ks. gerichtet und einen Gesandten nach Prag geschickt, um sich gegen Bestrebungen der Geistlichkeit zu verwehren, ihren Kompetenzbereich auszuweiten (Schreiben vom 19. 4. {9. 4.} 1594: HHStA Wien, RK RTA 64, fol. 39–41’. Or.). Am ksl. Hof wurde daraufhin einigen Mitgliedern der Empfangskommission in Regensburg (vgl. Einleitung, Kap. 4.2.2) die Klärung aufgetragen (Protokoll J. W. Freymons für die Vorbereitungsphase: Ebd., RK RTA 65 Fasz. 2, fol. 347’; Beschluss im Geheimen Rat am 28. 4.: Ebd., RHR-Protokolle 70b, fol. 21’), die zugunsten der Stadt ausfiel (Bericht der Kommission; Regensburg, 8. 5. 1594: Ebd., RK RTA 64, fol. 202–205’. Or. Protokoll zu den beiderseitigen Vorbringen und Beilagen: fol. 207–216). Vgl. zusammenfassend: Rudolph, Reich, 123 f.
349
 Auch die protestantischen Ff. begaben sich in den Dom und verblieben dort während des Eröffnungszeremoniells (Rudolph, Reich, 138 f.).
350
 Fleischmann, Beschreibung [B3], zusätzlich: Er wird dabei eingerahmt von den Herolden aus Ungarn und Böhmen vor ihm sowie den beiden Reichsherolden nach ihm.
351
 Fleischmann, Beschreibung [C], zusätzlich: Für die begleitenden Kff. und Ff. sind etwas unterhalb des ksl. Sessels ebenfalls mit goldenem Samt verzierte Stühle vorbereitet.
352
 Fleischmann, Beschreibung [C], zusätzlich: dem sich das Te Deum anschließt. Vgl. zur Anwesenheit der ksl. Hofkapelle unter Leitung des Philipp de Monte gemäß deren Beschreibung bei Fleischmann und zur musikalischen Beteiligung an politischen Großereignissen, hier am Beispiel des Te Deum Laudamus: Hindrichs, Bemerkungen, 94–97.
353
 Fleischmann, Beschreibung [C], zusätzlich: Ks. wird dabei begleitet von den Kff. und Ff., den Herolden und dem Reichserbmarschall mit dem entblößten Schwert.
354
 RT-Beschreibung des Marcus zum Lamm (Otto, Geschichte, 340). Vgl. Häberlin XVIII, 109 f.; Gumpelzhaimer, Geschichte, 1002; Adlhoch/Joist/Kamp, Einzüge, 41. Übergabe auch verzeichnet in den Regensburger „Denkwürdigkeiten“ zum RT 1594 (StadtA Regensburg, Historica I Nr. 4, fol. 56). Zur Praxis reichsstädtischer Geschenke an den Ks.: Rudolph, Reich, 232–239.
355
 Zeitung aus Regensburg vom 23. 9. 1594: Gestern ist der Ks. von hier ins Nachtlager nach Regenstauf abgereist, „sehr betriebt“ wegen der kritischen Lage in Ungarn (ÖNB Wien, Cod. 8967, fol. 306). Datum bestätigt im Bericht des Dr. Joachim vom Holtz [Agent am Kaiserhof] an Hg. Ulrich von Mecklenburg (Regensburg, 22. 9. {12. 9.} 1594: LHA Schwerin, Acta externa 1249, fol. 9–10’. Or.). Dagegen in den Regensburger „Denkwürdigkeiten“ zum RT (StadtA Regensburg, Historica I Nr. 4, fol. 105’) und bei Roberg, NB II/4, Nr. 466 S. 67, Anm. 3 (gestützt auf Berichte des venezianischen Gesandten Contarini): Abreise am 21. 9. Korrespondenzen zur Vorbereitung der Rückreise (Geleit und Nachtlager) mit Pfgf. Philipp Ludwig von Neuburg, der kurpfälzischen Regierung in Amberg und Kf. Friedrich IV. (Regensburg, 10. 9. 1594): HHStA Wien, RK RTA 66a, fol. 337–346’.
356
 Auflistung des ksl. Hofstaats beim RT: Khevenhiller, Annales IV, 1210–1216; daraus übernommen: Vehse, Hof, 18–28. Die Zusammenstellung bei Fleischmann, Beschreibung [E-M3, inklusive RHR], beschränkt sich nicht auf den Hofstaat konkret beim RT, sondern nennt alle Ämter insgesamt. Vgl. zum Hofstaat Rudolfs: Hausenblasová, Hof. Archivalische Nachweise: Auflistung des Hofstaats aus der Überlieferung des Reichserbmarschalls mit Nennung des Amtes mit genauem Titel, des Inhabers und der von den höheren Ämtern mitgeführten Pferde: StA Nürnberg, Hft. Pappenheim REMA Akten 1287, unfol. Aktentitel: “Ruedolff des andern […] ordnung und hofstatt für alle und jede unser hoche und nider amptleutt, officierer unnd dienner an unserm khaiserlichen hoffe,was aines jeden ampt unnd diennst seye, jetzo von neuem gnedigclich fürgenomben und geordnet, alß hernach volgt. Anno 1594“.). Weiteres Verzeichnis in GLA Karlsruhe, Abt. 50 Fasz. 171, fol. 25–35’. Vgl. zum Umfang des ksl. Gefolges bei Auftritten im Reich: Rudolph, Reich, 62–67.
357
 Vgl. Edelmayer, Söldner, 91–94; Schwarz, Privy Council, 329 f.; Hausenblasová, Hof, 205, 207, Anm. 7; Deutsche Biographie: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138073228.html [23.05.2022].
358
 So Noflatscher, Regiment, 217 f., 220.
359
 Vgl. Hadriga, Trautson, 63–82; Schwarz, Privy Council, 370–372; Edelmayer, Söldner, 97; Hausenblasová, Hof, 208 mit Anm. 2; NDB XXVI, 374–376.
360
 Noflatscher, Regiment, 221. Zum Einfluss Rumpfs und Trautsons auch Evans, Rudolf II., 54; relativiert bei Haberer, Ohnmacht, 18 f., 72, 76 f. (Lit.).
361
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 117 f., 295 f. (Lit.); Gschliesser, Reichshofrat, 140 f.; Gross, Geschichte, 24 f.; Schwarz, Privy Council, 229; Hausenblasová, Hof, 205, 207, Anm. 9; NDB V, 423 f.
362
 Vgl. Gross, Geschichte, 319–321; Gschliesser, Reichshofrat, 140 f.; NDB XIII, 329.
363
 Vgl. Bericht W. Eilenbeck an Kuradministrator Friedrich Wilhelm von Sachsen (Prag, 15. 3. {5. 3.} 1594): „Und ist irer Mt. durch absterben des herrn Kurtzen wegen des jetzigen Reichs tages wohl ein grosser verlust geschehenn“ (HStA Dresden, GA Loc. 10202/3, fol. 234–235’, hier 234’. Or.). Hans Christoph von Hornstein, ksl. Geheimer Rat, an Bf. Julius von Würzburg (Prag, 26. 3. 1594): Der Tod von Kurz ist für den Ks. „sonderlichen jetzo wegen vorstehendem reichstag sehr ubel“ (StA Würzburg, WRTA 85, unfol. Or.).
364
 Vgl. Einleitung, Kap. 3.1.1 mit Anm. 44. Kurz war am 26. 2. erkrankt und verstarb am 11. 3. im 41. Lebensjahr (Eintrag im Geheimratsprotokoll: HHStA Wien, RHR-Protokolle 70b, fol. 12–13).
365
 Vgl. Seeliger, Erzkanzler, 157: Ernennung durch den Ks. „durchaus eigenmächtig“ ohne Rücksprache mit Kf. Wolfgang von Mainz als Vorstand der Reichskanzlei. Freymon hatte sich mangels Qualifikation und Krankheit gegen die dauerhafte Amtsübernahme verwehrt und zunächst nur zugesagt, den Ks. beim RT zu unterstützen (an den Ks.; München, 20. 3. 1594: HHStA Wien, RK RTA 63, fol. 490–491’. Or.).
366
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 299 (Lit.); Gross, Geschichte, 375–378; Schwarz, Privy Council, 237–239; NDB VII, 621 f.; zur Charakteristik auch Vocelka, Propaganda, 109.
367
 Vgl. das Personal der Reichshofkanzlei unter der Führung des Kf. von Mainz als Reichserzkanzler: Fleischmann, Beschreibung [H3, J; untergeordnetes Personal: J3].
368
 Zum RHR unter Rudolf II. umfassend: Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit; Gschliesser, Reichshofrat, 135–185.
369
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 301 f. (Lit.); Gschliesser, Reichshofrat, 149 f.; Schwarz, Privy Council, 252 f.; Hausenblasová, Hof, 205, 207, Anm. 10.
370
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 293 (Lit.); Gschliesser, Reichshofrat, 151; Gross, Geschichte, 322–326; Schwarz, Privy Council, 218 f.; Hausenblasová, Hof, 205, 207, Anm. 13.
371
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 305 (Lit.); Gschliesser, Reichshofrat, 150 f.; Schwarz, Privy Council, 290–292.
372
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 316 (Lit.); Gschliesser, Reichshofrat, 147 f.
373
 Vgl. Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 292; Gschliesser, Reichshofrat, 155.
374
 Vgl. bes. Nr. 125, 132, 366, 369, 373.
375
 Mitglieder in der ordentlichen Besetzung um die Jahreswende 1593/94: Gschliesser, Reichshofrat, 158.
376
 Vgl. Ortlieb, Reichshofrat, 344–362, bes. 353–359; Ortlieb, Reichstag (Lit.).
377
 HHStA Wien, RHR-Protokolle 70b, fol. 7’.
378
 Prag, 15. 2. 1594: HHStA Wien, RK RTA 63, fol. 309–310 (Konz.).
379
 Adressaten auch bei Ehrenpreis, Kunst, 197, 233, Anm. 38; Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 101, Anm. 106.
380
 Überliefert sind die Absagen durch Philipp von Hanau (Buschweiler, 27. 3. {17. 3.} 1594: HHStA Wien, RK RTA 63, fol. 482–483’. Or.), Joachim von Fürstenberg (Heiligenberg, 24. 3. und 29. 4. 1594: Ebd., fol. 512–513’; RK RTA 64, fol. 162–163’. Orr.) und Eitel Friedrich von Hohenzollern (Hechingen, 12. 4. und 2. 5. 1594: Ebd., fol. 72–73’, fol. 176, 177’. Orr.).
381
 Zweite Aufforderung des Ks. an diesen (Prag, 17. 4. 1594): StA Wertheim, G-Rep. 47 Nr. 89, unfol. (Or.).
382
 Vgl. die Zusammensetzung während des RT bei Fleischmann, Beschreibung [F2, F3, G]; Gschliesser, Reichshofrat, 158 f.
383
 Korrespondenzen: HStA München, K. schwarz 3333, fol. 1–5. Vgl. Stieve, Politik I, 185, Anm. 4.
384
 Das RHR-Protokoll erfasst beide Vorgänge unter dem Datum 21. 6. 1594 (HHStA Wien, RHR-Protokolle 70a, fol. 68 f.). Dagegen in der Schilderung des Zeremoniells bei Fleischmann, Beschreibung [F2, F3]: Rücktritt Trautsons am 21. 6., Amtseinführung des Lgf. am 22. 6. Vgl. Khevenhiller, Annales IV, 1216 f.; Häberlin XVIII, 681–683; Gschliesser, Reichshofrat, 159; Ehrenpreis, Gerichtsbarkeit, 105–108 (auch zur weiteren Amtsausübung bis 1609).
385
 HHStA Wien, RHR-Protokolle 70a, fol. 51, fol. 172. Erste Sitzung in Prag nach der Rückkehr des Ks. aus Regensburg am 12. 10. 1594 (ebd., fol. 172’).
386
 Vgl. u. a. dessen Gutachten beim 1. HA (Türkenhilfe) [Nr. 268, 276]. Zu Geizkofler umfassend: Sigelen, Reichspfennigmeister, bes. 117–174.
387
 Zusage der RT-Teilnahme gemäß Forderung des Ks. am 26. 3. 1594 (16. 3.; Dresden): HKA Wien, RA 85.1.20, fol. 263, 264’ (Or.). Spätere Differenzen um die Abrechnung der Zehrungskosten: Ebd., fol. 262 f., 265–267’. Vgl. Schattkowsky, Rittergut, 407, 424 f.; zur Amtstätigkeit als Reichspfennigmeister: Ebd., 393–408.